Flammen in Kalifornien Feuerwerk bei Baby-Party löste Buschbrand aus

Rund 2800 Hektar Land wurden zerstört, mehr als 500 Feuerwehrleute sind im Einsatz - nun wurde bekannt: Ein Buschbrand in Kalifornien begann wegen einer Familienfeier.
Löschflugzeug im Bezirk San Bernardino: Die "Gender Reveal Party" fand nahe Oak Glen statt

Löschflugzeug im Bezirk San Bernardino: Die "Gender Reveal Party" fand nahe Oak Glen statt

Foto:

Terry Pierson / dpa

Für mehrere Gemeinden in der Umgebung wurde eine Evakuierung angeordnet, knapp 30 Quadratkilometer Land sind bereits niedergebrannt: Durch einen Feuerwerkskörper bei einer Baby-Feier hat eine Partygesellschaft im US-Bundesstaat Kalifornien einen verheerenden Buschbrand verursacht.

Bei der "gender reveal party" nahe Oak Glen im Bezirk San Bernardino sei "ein raucherzeugendes pyrotechnisches Gerät" eingesetzt worden, welches den Brand ausgelöst habe, teilte die Brandschutzbehörde CAL Fire am Sonntagabend (Ortszeit) mit.

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Bei diesen Partys verraten werdende Eltern, ob ihr Kind ein Mädchen oder ein Junge ist, manchmal durch rosafarbenen oder blauen Rauch. Das sogenannte "El Dorado Fire" östlich von Los Angeles sei daraufhin am Samstagmorgen ausgebrochen.

Rund 500 Feuerwehrleute und mehrere Löschhubschrauber sind im Einsatz. Bislang habe das Feuer aber nur zu knapp fünf Prozent eingedämmt werden können.

Für mehrere Gemeinden in der Umgebung wurde eine Evakuierung angeordnet. Die Behörden warnten, dass derzeit angesichts von Hitze und Trockenheit extreme Waldbrandgefahr herrsche und fahrlässiger oder illegaler Umgang mit Feuer strafbar sei.

Fläche doppelt so groß wie Luxemburg bereits zerstört

Kalifornien erlebt in diesem Jahr eine Rekordhitze, die Waldbrandgefahr ist hoch. In Woodland Hills, nordwestlich von Los Angeles, seien am Sonntag 49,4 Grad Celsius gemessen worden, teilte die Wetterbehörde NOAA mit. Dies sei ein Rekordwert für den Bezirk Los Angeles County.

Feuerwehrleute im Einsatzgebiet:

Feuerwehrleute im Einsatzgebiet:

Foto: Terry Pierson / imago images/ZUMA Press

Der US-Bundesstaat hatte erst Mitte August eine Hitzewelle mit zahlreichen Bränden überstanden. Seit den Blitzeinschlägen, die Mitte August die ersten Brände ausgelöst hatten, seien mehr als 900 Feuer ausgebrochen, hieß es.

Gut 6000 Quadratkilometer Land seien abgebrannt. Das entspricht mehr als der doppelten Fläche Luxemburgs. Mindestens acht Menschen seien bisher ums Leben gekommen. Knapp 3300 Gebäude wurden den Angaben zufolge zerstört.

Am Wochenende mussten in einer dramatischen Rettungsaktion mehr als 200 Menschen von einem von Flammen eingeschlossenen Campingplatz im Norden des US-Bundesstaats in Sicherheit gebracht werden. Die Camper wurden mit Hubschraubern der Nationalgarde von dem Gelände am Stausee Mammoth Pool Reservoir in der Sierra Nevada ausgeflogen.

In ganz Kalifornien waren laut einem Lagebericht der Feuerwehr von Sonntag zuletzt mehr als 14.800 Einsatzkräfte damit beschäftigt, 23 größere Brände einzudämmen.

Kalifornien, das oft unter Trockenheit leidet, wird regelmäßig von Waldbränden heimgesucht. Gewöhnlich treten die schwersten Brände aber erst am Ende des Sommers auf. Besonders schlimm hatte es im November 2018 den Ort Paradise in Nordkalifornien getroffen. Durch heftige Winde breitete sich das durch defekte Stromleitungen ausgelöste "Camp Fire" schnell aus. 85 Menschen starben, Zehntausende wurden obdachlos.

apr/dpa/AFP
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