Ein Toter in Kalifornien Schüsse in Kirche – Angreifer mit Verlängerungskabel gefesselt

Nach dem Angriff in Buffalo hat es auch an der US-Westküste eine tödliche Attacke auf eine Gruppe von Menschen gegeben. In Kalifornien eröffnete ein Täter in einer Kirche das Feuer – dann griffen die Gläubigen ein.
Einsatzfahrzeug vor der Kirche in Laguna Woods

Einsatzfahrzeug vor der Kirche in Laguna Woods

Foto: Leonard Ortiz / dpa

Die Tat folgte einen Tag nach dem Angriff von Buffalo (Bundesstaat New York). Durch Schüsse in einer Kirche im US-Bundesstaat Kalifornien sind am Sonntag ein Mensch getötet und vier weitere schwer verletzt worden. Die Schüsse seien in einer Kirche in der Stadt Laguna Woods rund 70 Kilometer südlich von Los Angeles gefallen, teilte das Büro des Sheriffs von Orange County bei Twitter mit.

Ein weiterer Mensch sei leicht verletzt worden. Ein Mensch wurde demnach festgenommen und eine Schusswaffe sichergestellt. Laut Polizei konnten die Gläubigen den Angreifer überwältigen und festhalten, bis die Sicherheitskräfte eintrafen. Die Kirchgänger hätten »seine Beine mit einem Verlängerungskabel gefesselt und mindestens zwei Waffen sichergestellt«, hieß es.

Empfohlener externer Inhalt
An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Twitter, der den Artikel ergänzt und von der Redaktion empfohlen wird. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen und wieder ausblenden.
Externer Inhalt

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Bei der Polizei war den Angaben zufolge um 13.26 Uhr (Ortszeit) ein Notruf aus der presbyterianischen Kirche eingegangen. Rettungskräfte eilten zu der Kirche, um die Verletzten zu versorgen. »Ein Opfer starb vor Ort«, teilte das Büro des Sheriffs weiter mit. Alle Opfer sind demnach Erwachsene. Laut der Nachrichtenagentur AP waren vor allem Menschen mit taiwanischer Abstammung in dem Gebäude. Bei dem Angreifer soll es sich um einen etwa 60 Jahre alten Mann asiatischer Abstammung handeln.

Bilder im Internet zeigten Rettungsfahrzeuge, die vor einer Kirche standen. Das Büro des Gouverneurs von Kalifornien, Gavin Newsom, teilte mit, es arbeite mit den Behörden vor Ort zusammen, um die Lage zu überwachen. »Niemand sollte Angst haben, zur Andacht zu gehen. Unsere Gedanken sind bei den Opfern«, teilte das Büro weiter mit.

Die demokratische Kongressabgeordnete Katie Porter, die den Sitz für Orange County im Repräsentantenhaus in Washington innehat, sprach von »erschütternden und beunruhigenden Nachrichten«. Sie fügte hinzu: »Dies sollte nicht unsere neue Normalität sein.«

Erst am Samstag waren in Buffalo bei einem offenbar rassistisch motivierten Schusswaffenangriff auf einen Supermarkt zehn Menschen getötet und drei weitere verletzt worden. Ein 18-jähriger Weißer, der seine Tat anfangs live im Internet übertrug, hatte mit einem Gewehr vor und in dem Geschäft das Feuer eröffnet. Die meisten Opfer waren Afroamerikaner. Der Täter wurde festgenommen und wegen Mordes angeklagt.

Biden besucht Buffalo in dieser Woche

US-Präsident Joe Biden will am Dienstag zusammen mit seiner Frau nach Buffalo reisen, um den Mensch dort sein Beileid zu bekunden, wie das Weiße Haus am Sonntag (Ortszeit) mitteilte. In einer Erklärung wurde der dortige Schusswaffenangriff als »sinnlos und entsetzlich« verurteilt.

Nach US-Medienberichten prüfen die Behörden ein 180-seitiges »Manifest« des Täters von Buffalo, das vor dem Angriff im Internet veröffentlicht worden sein soll und in dem der Mann offenbar sein Vorhaben und seine rassistischen Beweggründe darlegt.

Die »New York Times« berichtete  unter Berufung auf diesen Text, der Angreifer sei unter anderem von den Anschlägen auf zwei Moscheen im neuseeländischen Christchurch mit 51 Toten im Jahr 2019 »inspiriert« worden.

jok/AFP