US-Bundesstaat Kalifornien Gericht kippt Todesstrafe gegen Mörder

Mehrere Familienmitglieder soll der Mann aus Kalifornien getötet haben, schon seit 40 Jahren wird der Fall immer wieder vor Gericht verhandelt. Ein neues Urteil rettet den Mann nun vorerst vor dem Tod.
Raum für eine Hinrichtung (Symbolbild)

Raum für eine Hinrichtung (Symbolbild)

Foto: HANDOUT/ REUTERS

Er ist der Hinrichtung entkommen – zumindest vorläufig.

In den USA war ein Mann wegen des Mordes an mehreren Familienmitgliedern zum Tode verurteilt worden. Rund 40 Jahre dauerte der Rechtsstreit, bis das höchste Gericht in Kalifornien am Donnerstag (Ortszeit) zwar die Verurteilung des Mannes wegen Mordes ersten Grades an dessen Vater bestätigte. Alle sieben Richter hoben aber die Urteile wegen Mordes zweiten Grades an der Stiefmutter und der damals achtjährigen Stiefschwester auf – und damit auch die speziell wegen des Mehrfachmordes verhängte Todesstrafe.

Der Mann habe sich lediglich der Tötung des Vaters schuldig bekennen wollen, nicht aber in den beiden anderen Fällen, heißt es in der Urteilsbegründung. Entgegen dem Willen des Mannes hätten seine Anwälte seine Verantwortung für alle drei Taten eingeräumt und damit gegen dessen Rechte verstoßen. Die Staatsanwaltschaft dürfe den Mann in den Punkten jedoch erneut anklagen, »wenn sie dies wünscht«.

Familienmitglieder mit Schusswunden gefunden

Im April 1982 hatten Polizisten den Vater und die Stiefmutter mit Schusswunden tot im Haus der Familie in Los Angeles gefunden. Die achtjährige Stiefschwester überlebte zunächst schwer verletzt, starb jedoch später an einer Schussverletzung am Kopf. Sie hatte zudem 23 Stich- und Schnittwunden an Kopf, Hals und anderen Körperteilen erlitten.

Augenzeugen berichteten vor Gericht, sie hätten Auseinandersetzungen zwischen dem damals 18-Jährigen und dessen Vater beobachtet. Der Beschuldigte habe ein Gewehr getragen, später seien Schüsse zu hören gewesen. Die Taten seien nicht geplant gewesen, sondern durch eine starke emotionale Reaktion auf jahrelange Misshandlung durch den Vater ausgelöst worden, argumentiert die Verteidigung.

Eine Geschworenenjury hatte den Mann 1983 für schuldig befunden. 1984 wurde er erstmals zum Tode verurteilt. Ein Berufungsgericht hob das Urteil 1997 mit der Begründung auf, dass die Verteidigung es versäumt habe, Beweise für die geistige Verfassung ihres Mandanten vorzulegen. 2001 wurde dann nach einer Neuauflage des Prozesses erneut die Todesstrafe gegen den Mann verhängt.

ani/dpa