Nach Blitzeinschlägen Tote bei Waldbränden in Kalifornien

Mehr als 10.000 Feuerwehrleute kämpfen in Kalifornien gegen zwei Dutzend Großbrände. Für mehrere Menschen im Norden des Bundesstaats kam die Hilfe zu spät. Tausende sind auf der Flucht.
Löschflugzeug über Healdsburg: Schäden auch im für Mammutbäume bekannten Big-Basin-Redwoods-Nationalpark

Löschflugzeug über Healdsburg: Schäden auch im für Mammutbäume bekannten Big-Basin-Redwoods-Nationalpark

Foto: JOSH EDELSON / AFP

Im Norden des US-Bundesstaats Kalifornien wüten schwere Waldbrände. In den Großfeuern sind bisher mindestens vier Menschen ums Leben gekommen.

Drei Tote gab es nördlich von San Francisco in der Weinanbauregion Napa County und einen weiteren im nahen Solano County, wie die kalifornische Feuerschutzbehörde Cal Fire mitteilte.

Die Flammen eines der Großbrände - der sogenannte LNU Lightning Complex - erreichten demnach bisher eine Fläche von 870 Quadratkilometern. Brandursache waren laut Cal Fire Blitzeinschläge.

30.000 Häuser bedroht, 500 zerstört

Fast 500 Gebäude wurden in den drei betroffenen Bezirken Napa County, Lake County und Sonoma County zerstört, 30.000 weitere Häuser waren durch das sich schnell ausbreitende Großfeuer bedroht. Die Behörden riefen Einwohner auf, ihre Häuser zu verlassen.

In ganz Kalifornien kämpfen mehr als 10.000 Feuerwehrleute gegen zwei Dutzend Großbrände. Die Flammen trieben Tausende Menschen aus ihren Häusern. In vielen Ortschaften rechnen Bewohner mit einer Evakuierung. Extreme Hitze hatte die Situation in den vergangenen Tagen verschärft.

Auch nahe der Küstenorte Santa Cruz und Carmel loderten größere Feuer. Sie richteten in dem ältesten staatlichen Naturpark Kaliforniens, Big Basin Redwoods, der für seine riesigen Mammutbäume bekannt ist, größere Schäden an. Zeltplätze und Wanderwege wurden geschlossen. In Santa Cruz wurde der bei Touristen beliebte Hafenpier dichtgemacht, um Besucher von der Region fernzuhalten.

Einsatzkräfte am Highway 49 bei San Francisco: Hitze verschärft die Lage

Einsatzkräfte am Highway 49 bei San Francisco: Hitze verschärft die Lage

Foto: Tracy Barbutes / imago images/ZUMA Wire

Kalifornien, das oft unter Trockenheit leidet, wird regelmäßig von Waldbränden heimgesucht. Gewöhnlich treten die schwersten Brände aber erst am Ende des Sommers auf. Besonders schlimm hatte es im November 2018 den Ort Paradise in Nordkalifornien getroffen. Durch heftige Winde breitete sich das durch defekte Stromleitungen ausgelöste "Camp"-Fire schnell aus. 85 Menschen starben, Zehntausende wurden obdachlos.

Trump zettelt politischen Deutungskampf um die Feuer an

In Paradise hatte sich damals auch US-Präsident Donald Trump ein Bild von der Zerstörung gemacht. Die Einschätzung von Experten, dass durch den Klimawandel verstärkte Trockenheit, Hitze und Wetterextreme die Lage verschärften, wies er zurück - und sprach von schlechtem Forstmanagement.

Trump übte bei einem Wahlkampfauftritt im Bundesstaat Pennsylvania nun an den Forstmaßnahmen in Kalifornien erneut Kritik. Er bemängelte "viele Jahre von Blättern und abgebrochenen Bäumen" und sagte, man müsse die Waldböden besser säubern. Kalifornien würde aber nicht auf ihn hören.

"Klimawandel ist real", konterte der kalifornische Gouverneur Gavin Newsom in einem kurzen Video, das beim weitgehend virtuellen Parteitag der US-Demokraten gezeigt wurde. Er forderte zum Kampf gegen den Klimawandel auf. "So viel steht bei dieser Wahl auf dem Spiel", so der Demokrat.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Fassung war von einem Todesfall in Sonoma County die Rede, richtig ist Solano County. Wir haben die Stelle korrigiert.

apr/dpa
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.