Flaschenwurf in Kamen Polizei ermittelt wegen fahrlässiger Körperverletzung

Eine Zweijährige, die an einem Bahnhof von einer Whiskeyflasche am Kopf getroffen wurde, schwebt nicht mehr in akuter Lebensgefahr. Die Behörden suchen weiter nach dem Verursacher.

Wer ist für die schwere Verletzung eines Mädchens verantwortlich? Ermittlungen am Bahnhof von Greven
Günter Benning/ dpa

Wer ist für die schwere Verletzung eines Mädchens verantwortlich? Ermittlungen am Bahnhof von Greven


Im Fall eines zweijährigen Mädchens, das am Bahnhof von Kamen durch eine Flasche schwer verletzt wurde, ermitteln die Behörden weiter gegen unbekannt. "Im Moment gibt es keine Hinweise auf einen etwaigen Werfer der Flasche", sagte Henner Kruse, Sprecher der Staatsanwaltschaft Dortmund.

Aktuell gehen Polizei und Staatsanwaltschaft Kruse zufolge davon aus, dass die Whiskeyflasche aus einem durchfahrenden Zug geworfen worden sei. Es gehe um den Vorwurf der fahrlässigen Körperverletzung. Im Zusammenhang mit dem Vorfall würden Befragungen durchgeführt.

Am Freitagvormittag war der Vater der Zweijährigen laut Polizei mit dem Kind auf dem Arm die Treppe zum Gleis hinaufgestiegen. Nach ersten Erkenntnissen war dann unvermittelt eine Flasche aus einem durchfahrenden Partyzug geflogen und hatte das Kind am Kopf getroffen.

Rettungskräfte brachten das schwer verletzte Mädchen in ein Krankenhaus. Nach einer Operation sei der Zustand des Kindes stabil, sagte ein Sprecher der Dortmunder Polizei nun. Es schwebt demnach nicht mehr in akuter Lebensgefahr.

Der Zug fuhr am Freitag zunächst weiter bis ins etwa 65 Kilometer entfernte Greven. Dort rückt die Bundespolizei mit einem Großaufgebot an, das aus dem Münsterland, dem Ruhrgebiet und dem Rheinland zusammengezogen wurde. Dutzende Beamte nahmen die Personalien der Reisenden des Zuges auf. Die Passagiere verhielten sich dabei einem Sprecher der Bundespolizei zufolge sehr kooperativ.

Der Veranstalter Müller-Touristik kündigte an, die Behörden bei der Aufklärung zu unterstützen. "Die ermittelnden Behörden haben unsere volle Unterstützung und erhalten von uns alle Informationen, die sie benötigen", teilte Geschäftsführer Bernd Niemeyer in einer schriftlichen Stellungnahme mit. Das Unternehmen verurteile die Tat zutiefst und wünsche dem Mädchen eine baldige und vollkommene Genesung.

An Bord des Partyzugs, der am Freitag in Köln mit rund 500 Personen gestartet und Norddeich Mole als Ziel gehabt habe, seien mehrere Gruppen gewesen. Getränke an Bord würden in weichen Pfandbechern aus biologisch abbaubarem Material ausgegeben. Grundsätzlich sei das Mitbringen von Getränken und Speisen jedoch nicht untersagt. "Ein Recht zur Taschenkontrolle haben wir als Reiseveranstalter nicht." Einige Fenster könnten - wie auch in alten ICs - während der Fahrt geöffnet werden.

bbr/dpa



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