Kampf gegen Rauschgiftmafia Mexikos Polizei fasst Drogenboss

Der mexikanischen Polizei ist ein großer Erfolg gelungen: Ermittler haben einen der meistgesuchten Drogenbosse des Landes festgenommen. Edgar "La Barbie" Valdez stammt aus einer US-Mittelschichtfamilie, war Footballstar - und wurde dann zu einem der brutalsten Verbrecher Mexikos.
Kampf gegen Rauschgiftmafia: Mexikos Polizei fasst Drogenboss

Kampf gegen Rauschgiftmafia: Mexikos Polizei fasst Drogenboss

Foto: HO/ REUTERS

Mexiko-Stadt - Er soll ein notorischer Mörder gewesen sein, extrem brutal und gewalttätig - auf dem Foto von seiner Festnahme sieht der mexikanische Drogenboss Edgar "La Barbie" Valdez indes beinahe schüchtern aus. Er trägt ein grünes Polohemd, die blonden Haare sind kurz, seine Miene ernst.

Ein Polizeisprecher sagte der Nachrichtenagentur Reuters in der Nacht zu Dienstag, der in den USA geborene Schmuggler sei ohne Gegenwehr in einem Haus nahe Mexiko-Stadt gefasst worden. Die Staatsanwaltschaft gab keine Einzelheiten über den Hergang der Festnahme bekannt.

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Der 32-jährige Valdez gilt als eine der Schlüsselfiguren im Drogenhandel. Er übernahm Ende des vergangenen Jahres die Kontrolle über die Bande der Brüder Beltrán Leyva, nachdem deren Boss, Arturo, von Sicherheitskräften getötet worden war. Zwischen den unterschiedlichen Fraktionen des Beltrán-Leyva-Kartells ist es laut den Ermittlern in den vergangenen Monaten zu blutigen Machtkämpfen gekommen.

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Nach mexikanischen Presseberichten begann "La Barbie" seine kriminelle Karriere im Kartell von Sinaloa von Joaquin "El Chapo" Guzman Loera. Dieser war vorübergehend Partner der Brüder Beltrán Leyva. Valdez könnte an die USA ausgeliefert werden, wo eine Belohnung von zwei Millionen Dollar für seine Festnahme ausgeschrieben ist.

Edgar "La Barbie" Valdez wurde in Texas, nahe der mexikanischen Grenze geboren und wuchs in einer klassischen Mittelstandsfamilie auf. In der Highschool war er Footballstar - seinen Namen "Barbie" soll ihm laut "Washington Post" sein damaliger Trainer gegeben haben, weil Valdez so aussah wie Barbies Ehemann Ken. Seine kriminelle Karriere begann er dem Bericht zufolge mit Dealen und Marihuana-Schmuggel.

Regierung entlässt zehn Prozent der Bundespolizeibeamten

Die Festnahme des Drogenbosses ist für die mexikanische Polizei ein weiterer extrem wichtiger Schritt im Kampf gegen die Mafia: Erst im Juli hatten mexikanische Soldaten den Drogenbaron Ignacio "Nacho" Coronel getötet.

Unterdessen geht die Gewalt in Mexiko weiter: Im Bundesstaat Veracruz wurden bei einem Feuergefecht ein Soldat und sechs mutmaßliche Drogenschmuggler getötet. Die Kämpfe in dem Ort Pánuco dauerten nach Armeeangaben die gesamte Nacht, dabei wurden sechs weitere Verdächtige festgenommen.

Die USA werden ab Mittwoch die gesamte gemeinsame Grenze mit Mexiko mit unbemannten Drohnen überwachen. Im Kampf gegen den Drogenschmuggel und illegale Einwanderung werde ab Mittwoch eine dritte Aufklärungsdrohne des Typs Predator eingesetzt, teilte Heimatschutzministerin Janet Napolitano mit. Damit werde nun die gesamte US-mexikanische Grenze von Kalifornien bis Texas von der Luft aus kontrolliert.

Die mexikanische Regierung greift derweil bei ihrem Kampf gegen die Korruption in der Bundespolizei hart durch - die Regierung hat fast zehn Prozent der Beamten entlassen. Die 3200 Polizisten hätten ihre Aufgaben nicht erfüllen können, teilten die Leitung mit. Das hätten Drogen- und Sehtests sowie Untersuchungen mit Lügendetektoren ergeben. Auch verfügten einige Beamte demnach über Gelder, deren Herkunft ungeklärt war. Präsident Felipe Calderon hat den mächtigen Drogenkartellen des Landes den Kampf angesagt, die mitunter direkt mit Polizisten zusammenarbeiten.

Im mexikanischen Drogenkrieg sind mehr als 28.000 Menschen ums Leben gekommen.

Mexikos Kartelle

anr/dpa/Reuters/AFP/DAPD
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