Touristenort in Kanada 30 Seilbahngondeln abgestürzt - Polizei ermittelt wegen Sabotage

Zum Glück war niemand an Bord: In Kanada sind 30 Gondeln einer Seilbahn auf einen Hang gestürzt. Ermittler vermuten, dass das Seil absichtlich durchtrennt wurde.

Seilbahn in Squamish, Kanada: Polizei spricht von vorsätzlichem Akt von Vandalismus
Xinhua/ imago images

Seilbahn in Squamish, Kanada: Polizei spricht von vorsätzlichem Akt von Vandalismus


Im Westen Kanadas sind 30 Seilbahngondeln in einen Wald abgestürzt - mutmaßlich durch Sabotage. Nach Angaben der Polizei wurde niemand verletzt. Unbekannte sollen das zwei Kilometer lange Seil im Ort Squamish durchgeschnitten haben, wodurch die Gondeln auf einen Hang abstürzten. Die Seilbahn war zu diesem Zeitpunkt außer Betrieb.

Ein Mitarbeiter habe gegen 4 Uhr morgens einen lauten Knall gehört und dann gesehen, dass das Seil zerstört war, hieß es von den Ermittlern. Die Seilbahn sollte um 9.30 Uhr den Betrieb aufnehmen.

"Wir gehen davon aus, dass das Kabel durchgeschnitten wurde und dass es sich um einen vorsätzlichen Akt von Vandalismus handelt", sagte Kara Triance von der nationalen Polizei Kanadas. Experten würden den Unterschied zwischen einem gerissenen und einem absichtlich durchtrennten Seil kennen. Das Seil hat einen Durchmesser von 5,5 Zentimetern.

Möglicherweise seien die Täter einen Seilbahnmast hinaufgeklettert. Dort seien Leitern angebracht. Die Polizei hofft, Hinweise von Wanderern oder Campern zur Klärung des Falls zu bekommen.

Der Seilbahnbetreiber beeilte sich mitzuteilen, dass das Seil in sehr gutem Zustand gewesen sei. Kurz vor dem Vorfall seien Instandhaltungsarbeiten abgeschlossen worden. Die Seilbahn werde nun für "unbestimmte Zeit" geschlossen. Der Sachschaden liegt bei umgerechnet rund 700.000 Euro.

Zuletzt überprüften die Behörden die Seilbahn Ende Mai. Dabei seien keinerlei Sicherheitsrisiken oder technische Probleme gefunden worden. Die Anlage war im Mai 2014 eröffnet worden. Laut der Zeitung "Vancouver Sun" sind täglich 1500 bis 3000 Menschen in den Gondeln unterwegs. Jede Gondel bietet nach Angaben des Betreibers acht Personen Platz.

Die beschädigte "Sea to Sky"-Seilbahn ist eine beliebte Touristenattraktion in der Region British Columbia und kann bis zu 240 Personen gleichzeitig befördern. Die Fahrt von der Talstation zum 855 Meter hohen Gipfel dauert etwa zehn Minuten. Von den Gondeln bietet sich eine spektakuläre Sicht auf Buchten der kanadischen Pazifikküste.

ulz/AFP

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