Autopsie bestätigt Tote in Kanada sind geflüchtete Mordverdächtige

Die Spur zweier mordverdächtiger Jugendlicher hatte sich in der Wildnis Kanadas verloren - dann wurden zwei Leichen entdeckt. Nun steht fest, dass es sich um die Gesuchten handelt. Ihr Motiv bleibt rätselhaft.

Kanadische Polizisten auf der Suche nach den Verdächtigen (am 29. Juli 2019)
Manitoba RCMP/Handout / REUTERS.

Kanadische Polizisten auf der Suche nach den Verdächtigen (am 29. Juli 2019)


Die Anzeichen waren sehr klar, doch nun ist es auch gerichtsmedizinisch bestätigt: Bei den nach drei Morden und einer wochenlangen Flucht durch Kanada gefundenen Leichen handelt es sich einem Autopsiebericht zufolge zweifellos um die gesuchten Tatverdächtigen.

Laut einem Bericht des nationalen Fernsehsenders CBC vom Montag ergab die Untersuchung auch, dass die beiden Teenager wahrscheinlich Suizid begingen, bevor sie Tage später von Ermittlern gefunden wurden. Die Flucht der Teenager, die heute beide 19 Jahre alt wären, hatte im Juli und August nicht nur in Kanada für Schlagzeilen gesorgt.

Nach dem Mord an einem jungen Touristenpärchen, der 24-jährigen US-Amerikanerin Chynna Deese und ihrem australischen Freund Lucas Fowler, im Norden der Pazifikprovinz British Columbia wurde einige Autostunden entfernt die Leiche des 64 Jahre alten kanadischen Botanik-Lehrers Leonard Dyck gefunden. Für alle drei Morde wurden die beiden jungen Männer verantwortlich gemacht. Das Motiv ist weiterhin unklar.

Mit dem gestohlenen Geländewagen des Botanik-Lehrers flüchteten sie Tausende Kilometer durch Kanada, oft abseits der Wege, um nicht von der Polizei entdeckt zu werden. Mit Hunden, Drohnen, Hubschraubern und sogar Militärflugzeugen hatten die Behörden in der kanadischen Wildnis gesucht.

Schließlich verlor sich ihre Spur in der Wildnis der Provinz Manitoba, aus der am Mittwoch der Leichenfund gemeldet wurde.

Vater des Opfers war von Australien nach Kanada gereist

Der Tod des 23-jährigen Fowler hat in seiner Heimat Australien große Betroffenheit ausgelöst - zumal sein Vater selbst ranghoher Polizist im Bundesstaat New South Wales ist. Stephen Fowler reiste nach dem Tod seines Sohnes nach Kanada und wandte sich dort an die Öffentlichkeit. "Ich bin ein erfahrener Polizist", sagte er. "Aber heute bin ich als Vater eines Mordopfers hier."

Sein Sohn sei zuletzt um die Welt gereist und habe "die schönste Zeit seines Lebens" erlebt, sagte Fowler. "Während dieser Reise hat er Chynna kennengelernt, und sie sind ein unzertrennliches Paar geworden. Es ist eine Liebesgeschichte, die ein tragisches Ende gefunden hat. Es ist die schlimmste Liebesgeschichte von allen."

jok/dpa



© SPIEGEL ONLINE 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.