Blutbad in Edmonton Kanadische Polizei findet neun Leichen an drei Tatorten

Die Behörden im kanadischen Edmonton sprechen von der schlimmsten Mordserie in der Geschichte der Stadt: Binnen weniger Stunden haben Fahnder die Leichen von neun Menschen entdeckt. Die Indizien deuten auf häusliche Gewalt hin.


Edmonton - Eine Reihe grausiger Entdeckungen beschäftigt die Polizei im westkanadischen Edmonton. Bei drei Notrufen in der Nacht zu Mittwoch fanden die Beamten insgesamt neun Tote - darunter ist nach bisherigem Stand auch der mutmaßliche Täter. Der Polizeisprecher der Stadt bezeichnete die Funde als schlimmste Mordserie, die Edmonton je erleben musste.

Die genauen Umstände sind zwar noch ungeklärt, derzeit gehen die Ermittler aber von einem Fall von häuslicher Gewalt aus. Alle Opfer waren vermutlich vietnamesischer Abstammung, wie die Zeitung "Edmonton Journal" unter Berufung auf die vietnamesische Vereinigung in der Stadt berichtete.

Zunächst hatten Polizisten nach einem Notruf eine tote 37-Jährige im Süden der Stadt entdeckt. In den vergangenen zwei Jahren waren die Sicherheitskräfte bereits mehrfach zu Einsätzen an dieser Adresse ausgerückt.

Wenige Stunden später fanden die Beamten dann die Leichen von zwei Männern, drei Frauen und zwei Kindern in einem Haus in Edmontons Nordosten. Offenbar wurden alle Opfer erschossen. Die Tatwaffe bei mindestens einem der Morde wurde bereits identifiziert: eine Pistole, die im Jahr 2006 in der Provinz British Columbia als gestohlen gemeldet wurde.

Bei dem Tatverdächtigen handelte es sich um einen vorbestraften Mann, der den Behörden seit dem Jahr 1987 bekannt war. Offenbar nahm er sich nach den Morden das Leben. Er soll im Vorfeld bereits Anzeichen psychischer Probleme gezeigt haben. Bekannte bezeichneten ihn als suizidgefährdet.

Mit dem Geländewagen ins Restaurant

Fahnder fanden seine Leiche in einem asiatischen Restaurant. Medienberichten zufolge hatte der Mann eine geschäftliche Verbindung zu dem Schnellimbiss. Ob er der Besitzer gewesen ist, bleibt vorerst unklar. Offenbar hatte er die Fassade des Hauses mit seinem Geländewagen gerammt.

Auch die kanadische Politik zeigte sich schockiert von den Vorfällen: "In dieser Zeit des Friedens und der Nächstenliebe sind solche Gewalttaten besonders schwer zu verkraften", sagte Jim Prentice, Premier der Provinz Alberta.

Von einer Autopsie erhoffen sich die Fahnder weitere Details zum Ablauf der Verbrechen. Ergebnisse werden jedoch erst im neuen Jahr erwartet.

jok

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