Missbrauchsvorwürfe gegen Kardinal Pell Gericht könnte rund 50 Zeugen befragen

In der Missbrauchsaffäre um den australischen Kardinal George Pell sind fast 50 Zeugen geladen. Der Beschuldigte erschien freiwillig zu einem Gerichtstermin und wurde von wütenden Demonstranten empfangen.

George Pell nach seinem Auftritt vor Gericht
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George Pell nach seinem Auftritt vor Gericht


Australiens höchster katholischer Würdenträger, George Pell, steht seit Monaten im Mittelpunkt einer Missbrauchsaffäre. Bei einem Gerichtstermin in der australischen Stadt Melbourne ist nun festgelegt worden, dass am 5. März die Anhörungen zu den Vorwürfen gegen den Kardinal beginnen sollen. Die Anhörungen werden demnach vier Wochen dauern; rund 50 Zeugen sind geladen.

Pell, der freiwillig zu dem Termin erschienen war, wurde außerhalb des Gerichts von einer wütenden Menge begrüßt. Demonstranten beschimpften ihn, wie australische Medien berichteten. "Es ist egal, wie weit oben man im Baum sitzt oder wie viel Geld man hat - niemand steht über dem Gesetz", sagte ein Demonstrant.

Im kommenden März soll ein Untersuchungsrichter entscheiden, ob die Beweise gegen den 76-Jährigen für einen Prozess ausreichen. Darunter werden auch frühere Chorknaben sein. Pell selbst hat bisher alle Vorwürfe abgestritten.

Pells Anwalt sagte, er werde beweisen, dass einige der Vorwürfe "unmöglich" wahr sein könnten. Er bezog sich dabei auf eine Anschuldigung, wonach einige der mutmaßlichen Taten in der Kathedrale von Melbourne verübt wurden.

Bei seinem ersten Auftritt vor Gericht hat der australische Kardinal George Pell alle Vorwürfe wegen Kindesmissbrauchs zurückgewiesen. Der Vertraute von Papst Franziskus ließ im Juli eine Erklärung verlesen, mit der er seine Unschuld beteuerte.

asc/dpa/AFP

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