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13. März 2013, 00:46 Uhr

Los Angeles

Kirche zahlt zehn Millionen Dollar in Missbrauchsaffäre

Kardinal Mahony sitzt im Konklave in Rom, doch die Vergangenheit holt ihn ein: Er selbst, die Erzdiözese von Los Angeles und ein früherer Priester zahlen insgesamt zehn Millionen Dollar - im Gegenzug werden Vorwürfe in einer Missbrauchsaffäre nicht weiter verfolgt.

Los Angeles/Rom - In einem spektakulären Missbrauchsfall haben sich die Opferfamilien und die katholische Kirche geeinigt. Die Erzdiözese von Los Angeles, Kardinal Roger Mahony und ein ehemaliger Priester zahlen insgesamt zehn Millionen Dollar - im Gegenzug werden die Vorwürfe in der Affäre nicht weiter verfolgt. Dies teilten die Anwälte der Opfer am Dienstagabend mit. In dem Fall ging es um Missbrauch an vier Kindern.

Der Vereinbarung zufolge soll die Zahlung der zehn Millionen Dollar nicht als ein Schuldeingeständnis gewertet werden. Ein Anwalt der Opferfamilien betonte hingegen, die Zahlung komme sehr wohl einem Schuldeingeständnis "sehr nahe".

Mahony, von 1985 bis 2011 Chef der größten US-Erzdiözese Los Angeles, soll mindestens 120 Missbrauchsfälle vertuscht haben. Ihm wird vorgeworfen, sexuellen Missbrauch in seiner Diözese verheimlicht und einem pädophilen Priester die Flucht vor den Behörden ermöglicht zu haben, indem er ihn in einer kirchlichen Gesellschaft und später in der Stadtverwaltung von Los Angeles unterbrachte.

Bei den aktuellen Ermittlungen ging es in erster Linie um den Ex-Priester Michael Baker, der 2007 wegen Missbrauchs zu zehn Jahren Haft verurteilt worden war. Baker behauptet, dem Bischof seine Taten schon in den achtziger Jahren gebeichtet zu haben. Dokumente belegen tatsächlich, dass Baker Mahony im Jahr 1986 traf und ihm über den Missbrauch zweier Jungen über den Zeitraum von sieben Jahren berichtete.

Initiativen hatten sich dafür starkgemacht, dass Mahony nicht nach Rom reisen und nicht den neuen Papst wählen darf. Der Kardinal wollte davon jedoch nichts wissen. In seinem privaten Blog schrieb er, er freue sich auf die Reise nach Rom, um "Papst Benedikt XVI. für seinen beseelten Dienst zu danken und mich an der Wahl seines Nachfolgers zu beteiligen".

"Bleib zu Hause, Kardinal Mahony"

Vor der Reise nach Italien hatte es heftige Proteste gegeben: "Bleib zu Hause, Kardinal Mahony", forderten empörte Gläubige des Netzwerks Catholics United. Die Teilnahme Mahonys werde das Konklave mit einer "dunklen Wolke" überziehen. Er solle "das Richtige tun" und angesichts seines skandalösen Verhaltens beim Missbrauchsskandal auf seinen kirchenfinanzierten Trip nach Europa verzichten. Mit einer Petition verleiht die Gruppe der etwa 43.000 Christen, die den US-Demokraten nahe stehen, ihrem Anliegen jetzt Nachdruck.

Anfang 2011 war der in die Kritik geratene Geistliche von seinem Bischofsamt zurückgetreten - offiziell aus Altersgründen. Ende Januar 2013 entband ihn sein Nachfolger José Gomez wegen des umstrittenen Umgangs mit den Missbrauchsfällen von allen Ämtern. Nur Kardinal ist er noch geblieben - und als solcher darf er den neuen Papst mitwählen.

lei/Reuters/AP

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