Vorwurf der Vergewaltigung Staatsanwalt fordert Bewährungsstrafe für Karl Dall

Die Staatsanwaltschaft hält an dem Vorwurf der Vergewaltigung gegen Karl Dall fest - und fordert eine Bewährungsstrafe von zwei Jahren. Dabei hat sie offenkundig selbst Zweifel an der Glaubwürdigkeit des mutmaßlichen Opfers.

Karl Dall (Archivbild): Steht wegen des Vorwurfs der Vergewaltigung vor Gericht
DPA

Karl Dall (Archivbild): Steht wegen des Vorwurfs der Vergewaltigung vor Gericht


Zürich - Im Vergewaltigungsprozess gegen Comedy-Star Karl Dall hat die Staatsanwaltschaft eine Strafe von zwei Jahren Haft auf Bewährung gefordert. Dall sei wegen Vergewaltigung und versuchter Nötigung schuldig zu sprechen, sagte die Anklagevertretung vor dem Bezirksgericht Zürich-Limmat. Sie wirft dem Entertainer vor, eine Schweizer Journalistin im September 2013 in einer Hotelsuite in Zürich zum Sex gezwungen zu haben.

Die Glaubwürdigkeit der Frau, die in dem Prozess auch als Privatklägerin auftritt, erscheine zwar nicht besonders groß, räumte der Staatsanwalt ein. Zudem stehe Aussage gegen Aussage. Dies mache aber eine Vergewaltigung "nicht von Anfang an unmöglich". Die Aussagen der Frau bei ihrer polizeilichen Vernehmung seien zudem durchaus plausibel.

Die Verteidigung forderte einen Freispruch für den Entertainer. Es könne nach Prüfung aller Aussagen und Indizien keinen Zweifel an der Unschuld des Angeklagten geben, sagte Dalls Anwalt.

Zu Beginn des Prozesses hatte die Klägerin ihre Version der Geschichte noch einmal wiederholt. Dall wies indes alle Vorwürfe zurück. Es sei zwischen ihm und der Klägerin niemals zu sexuellen Handlungen gekommen, sagte der 73-Jährige. Die rund 30 Jahre jüngere Journalistin hatte ihn vor einem Jahr angezeigt.

Dall hatte die Frau im Zusammenhang mit einem Interview kennengelernt. Die Polizei nahm ihn Anfang November 2013 nach einem Auftritt in St. Gallen fest, er saß vier Tage in Untersuchungshaft. Laut Schweizer Medien ist die Frau mehrfach als Stalkerin in Erscheinung getreten. Sie soll Schweizer Politiker und Schauspieler ebenso verfolgt haben wie die Schlagerstars Udo Jürgens und Jürgen Drews.

jbe/dpa/AFP

insgesamt 39 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Botox 09.12.2014
1. Das hat System.........
Ist als Stalkerin bekannt, Steht Ausage gegen Aussage, und Meldet sich erst 2 Monate später. Warum wurde sie nicht in Untersuchungshaft genommen, um die Aussagen zu Überprüfen und Herr Dall vor Öffentlichen anschuldigungen zu schützen.
peitzman 09.12.2014
2. Im Zweifel für den Angeklagten
Im Rechtsstaat (und so einer sollte auch die Schweiz noch sein) gilt "im Zweifel für den Angeklagten". Wenn eine Vergewaltigung nicht unmöglich erscheint, aber nicht zu beweisen ist oder nicht mal Indizien existieren, dann kann es keinen Schuldspruch geben. Sonst wäre der Diffamierung und Verleumdung Tür und Tor geöffnet. Wobei Dall ja jetzt schon stark beschädigt ist.
Robeuten_II 09.12.2014
3. Irre Logik:
Hm, wir haben hier also auf der einen Seite einen - m.W. - bisher nicht durch kriminelle Handlungen geschweige denn Belästigungen oder gar Vergewaltigungen auffälligen älteren Herren, und auf der anderen Seite eine Person, die wohl bereits mehrfach andere "Promis" belästigt hat ("stalking" ist eigentlich schon eine Nummer härter, aber, geschenkt). Und dann versteigt sich der Herr Staatsanwalt zu " Dies mache aber eine Vergewaltigung "nicht von Anfang an unmöglich". Wow!!! 1) sachlich natürlich richtig - gilt nahezu immer! 2) na und? 3) und das reicht aus, aus dem hohlen Bauche heraus mal so eben eine zweijährige Bewährungsstrafe zu fordern?!?
der_meier 09.12.2014
4. unglaublich ..
wenn das so ist wie SPON hier schreibt: Selbst der Staatsanwalt hält die Glaubwürdigkeit der Frau für zweifelhaft und sagt es es möglich sei, dass es so passiert wäre .. ?? Und dann kein staatsanwaltlicher Antrag auf Freispruch? Ungeheuerlichkeit .. und selbst wenn sie glaubhaft aussagt .. wo sind irgendwelche Indizien, die ihre Behauptungen belegen? Nix.. blanke Behauptung ..
dfritzg 09.12.2014
5. schlecht
wenn mein ein Mann ist, man(n) ist wohl zunächst in unserem Matriarchat zunächst immer verdächtig oder vorverurteilt .... siehe Kachelmann und sonstige
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.