Karlsruhe BGH bestätigt lebenslange Haft für Holzklotzwerfer

Knapp zwei Jahre nach dem tödlichen Holzklotzwurf von einer Autobahnbrücke bei Oldenburg ist das Urteil rechtskräftig: Nikolai H. ist zu lebenslanger Haft verurteilt. Der Bundesgerichtshof hat die Revision des Täters verworfen.


Karlsruhe - Die Richter in Karlsruhe sind überzeugt: Nikolai H. hat am Ostersonntag 2008 einen knapp sechs Kilogramm schweren Holzklotz bei Oldenburg von einer Brücke auf die A29 geworfen und einen dort fahrenden Pkw getroffen. Der Klotz durchschlug die Windschutzscheibe des Autos und tötete eine 33-jährige Frau aus Nordrhein-Westfalen vor den Augen ihrer Familie.

Das Landgericht Oldenburg verurteilte im Mai 2009 den damals 31-Jährigen H. wegen Mordes, dreifachen versuchten Mordes und vorsätzlichen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe. Den Tod der vier Insassen des Fahrzeugs habe er billigend in Kauf genommen.

Nun ist das Urteil rechtskräftig. Der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe hat die Entscheidung des Landgerichts am Mittwoch bestätigt. Der zuständige vierte Senat habe keine Rechtsfehler in dem Urteil festgestellt, teilte der BGH mit. Damit blieb die Revision von Nikolai H. erfolglos.

Das Landgericht hatte sich bei seinem Urteil in dem Indizienprozess unter anderem auf Geständnisse gestützt, die Nikolai H. gegenüber Polizeibeamten und dem Ermittlungsrichter abgelegt, später aber widerrufen hatte. Der Heroinabhängige hatte während der mehr als 30 Verhandlungstage geschwiegen und auch sein Recht auf das letzte Wort nicht genutzt.

Mit dem Urteil waren die Oldenburger Richter den Forderungen von Staatsanwaltschaft und Nebenklage gefolgt. Der Verteidiger hatte auf Freispruch plädiert, weil die Beweise für die Schuld seines Mandanten nicht ausreichten. Nach Ansicht des Anwalts hätte das Geständnis nicht verwertet werden dürfen.

Az.: 4 StR 536/09

siu/dpa/ddp

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