Prozess in Wuppertal Nacktfotos von Karnevalsprinz – Rauswurf ist rechtens

Ein Karnevalsprinz fotografierte sich im Ornat, aber ansonsten nackt. Von ihm so verschickte Aufnahmen gelangten ans Karnevalskomitee, das ihm kündigte. Die Klage des Prinzen dagegen wurde nun zurückgewiesen.

Der Rauswurf des Wuppertaler Karnevalsprinzen Thomas II. nach dem Auftauchen von Nacktfotos war rechtens. Das hat das Wuppertaler Amtsgericht entschieden und die Klage des Manns zurückgewiesen, wie eine Gerichtssprecherin dem SPIEGEL sagte. Eine Begründung mache das Gericht zunächst nicht öffentlich, diese solle zuerst den Streitparteien zugestellt werden.

Der Karnevalsprinz war zum Ende der vergangenen Session fristlos gekündigt worden: »Du bist im Prinzenornat in unmöglicher, schamverletzender, fast pornografischer Pose und damit eines Prinzen der Stadt Wuppertal unwürdiger Art abgebildet, deine Amtszeit ist mit dem heutigen Tag, dem 8. März, beendet«, hieß es in dem Schreiben.

Prinz will sich in den Karnevalsbüchern gewürdigt sehen

Der Prinz sah seine Ehre befleckt: Nicht er habe die intimen, kompromittierenden Fotos verbreitet, sondern jemand anders. Den Rauswurf wollte er nicht auf sich sitzen lassen und klagte.

»Es geht meinem Mandanten darum, festzustellen, dass er zu Unrecht als Prinz abgesetzt worden war«, hatte sein Anwalt gesagt. Die Session sei zwar längst abgelaufen, aber er wolle in die karnevalistischen Annalen nicht als unwürdiger, entlassener Prinz eingehen, sondern wie seine Vorgänger positiv gewürdigt werden.

Dass er die Fotos selbst aufgenommen und an seinen Ex-Freund geschickt hatte, bestritt der Prinz nicht. Vier Fotos waren dem Präsidenten des Wuppertaler Karnevals anonym zugesandt worden. Der Prinz kann gegen die Entscheidung des Amtsgerichts Rechtsmittel einlegen.

apr/mxw/dpa
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