Kunden um 460.000 Euro betrogen Spielsüchtiger Ex-Sparkassenberater muss mehr als zwei Jahre in Haft

Er riet seinen Kunden zum Kauf von Gold – und verkaufte es schließlich selbst weiter. In Nordhessen ist ein Bankberater zu einer Gefängnisstrafe verurteilt worden. Mit dem wiederholten Betrug finanzierte er seine Sucht.
Logo einer Sparkassenfiliale (Symbolbild)

Logo einer Sparkassenfiliale (Symbolbild)

Foto: Julian Stratenschulte / dpa

Ein ehemaliger Berater einer Sparkasse, der Kunden um knapp eine halbe Million Euro betrogen hat, ist zu zwei Jahren und acht Monaten Haft verurteilt worden. Das Landgericht Kassel sah es als erwiesen an, dass der Mann Kunden der Sparkasse Werra-Meißner im nordhessischen Eschwege um insgesamt 460.000 Euro gebracht hat. Das teilte ein Gerichtssprecher mit. Zuvor hatten die »HNA« und das »Handelsblatt « berichtet.

Der 44-Jährige habe umfassend gestanden und sogar Vorgänge eingeräumt, die nicht einmal die Innenrevision der Sparkasse bis dahin aufgedeckt hatte, teilte der Sprecher mit. Der Mann hatte demnach ab 2013 Kunden zu Hause besucht und sie dazu gebracht, in Gold zu investieren. Dabei habe er den Eindruck erweckt, das Gold werde in ein Depot der Sparkasse gegeben. »Stattdessen hatte der Angeklagte das Gold aber selbst verwahrt und später bei Bedarf sukzessive verkauft«, erläuterte der Sprecher.

In zwei weiteren Fällen habe er seinen durchweg betagten Kunden Belege zur Unterschrift vorgelegt, vermeintlich um eine Beratungsleistung zu quittieren. In Wahrheit habe es sich aber um Anweisungen für Barabhebungen gehandelt. Der Banker soll damit im Namen seiner Kunden jeweils 30.000 und 40.000 Euro abgehoben haben. Bekannt geworden war der Betrug im Jahr 2019.

Das Gericht urteilte auch, der Mann habe mit dem Geld aus den Betrugsaktionen seine immer stärker werdende Spielsucht befriedigen wollen. »Diese ist ab September 2018 nicht mehr steuerbar gewesen«, sagte ein Gerichtssprecher laut der »Hessenschau «. Der Mann leide laut einem Gutachten auch an einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung.

Kunden inzwischen vollständig entschädigt

Laut »Hessenschau« sah das Gericht deshalb ab September 2018 nur noch eine verminderte Schuldfähigkeit gegeben. Dem Bericht zufolge hatte die Staatsanwaltschaft eine deutlich höhere Haftstrafe von vier Jahren gefordert.

Laut »Handelsblatt« sind die Betroffenen inzwischen vollständig entschädigt worden. Der Verurteilte muss demnach Schadensersatz in Höhe von 650.000 Euro leisten.

fek/dpa
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