Nach Berichten über Schusswunde Ermittler wollen Details zu Tod des Kasseler Regierungspräsidenten nennen

Der Kasseler Regierungspräsident Walter Lübcke starb unerwartet. Am Nachmittag wollen die Ermittler über den rätselhaften Tod des 65-Jährigen informieren. An der Leiche war eine Schusswunde entdeckt worden.

Walter Lübcke im Jahr 2012
Uwe Zucchi/ DPA

Walter Lübcke im Jahr 2012


Polizei und Staatsanwaltschaft in Hessen ermitteln nach dem überraschenden Tod des Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke weiter zu den genauen Umständen. Beamte waren am Haus des früheren CDU-Politikers. Anklagebehörde und hessisches Landeskriminalamt wollen um 17.30 Uhr Einzelheiten über den Fall bekannt geben.

Wie Lübcke starb, ist noch unklar. Allerdings berichten mehrere Medien sowie die Nachrichtenagentur dpa übereinstimmend, der 65-Jährige sei mit einer Schusswunde aufgefunden worden. Das hessische Landeskriminalamt und die Staatsanwaltschaft Kassel bestätigten die Berichte bislang nicht.

Der Politiker hatte zehn Jahre lang das Regierungspräsidium Kassel geleitet, das eine Verwaltungsbehörde auf mittlerer Ebene zwischen dem Land Hessen und seinen Gemeinden ist. Er war in der Nacht zum Sonntag gestorben.

In einer Erklärung der CDU hieß es, als Regierungspräsident habe Lübcke "nie das klare Wort" gescheut. "Er war ein Brückenbauer, wie er besser nicht sein könnte." In diesen schweren Stunden seien die Gedanken und Gebete vor allem bei Lübckes Frau, den beiden Söhnen und dem im vergangenen Jahr geborenen Enkelsohn, erklärten der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier und der Vorsitzende der CDU-Landtagsfraktion, Michael Boddenberg. Vor seiner Amtszeit als Regierungspräsident saß Lübcke von 1999 bis 2009 für die CDU im hessischen Landtag.

Lübcke wurde im nordhessischen Bad Wildungen geboren. Nach einer Ausbildung zum Bankkaufmann arbeitete er nach Angaben seiner Partei in der Pressestelle der Kunstausstellung Documenta 7. Ein Studium der Wirtschaftswissenschaften in Kassel schloss er 1991 mit einer Promotion ab. In einer Mitteilung des Regierungspräsidiums hieß es, in der Behörde herrschten "Fassungslosigkeit und Erschütterung über den Tod des beliebten und außerordentlich nahbaren" Chefs.

apr/dpa



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