Katholische Kirche in Frankreich Fünf Jahre Haft für ehemaligen Priester wegen Kindesmissbrauchs

Bernard Preynat soll in den Achtzigerjahren Dutzende Kinder sexuell missbraucht haben. Nun ist das Urteil gegen den früheren Priester gefallen - die Haftstrafe muss er aber vorerst nicht antreten.
Bernard Preynat wurde wegen Kindesmissbrauchs zu fünf Jahren verurteilt

Bernard Preynat wurde wegen Kindesmissbrauchs zu fünf Jahren verurteilt

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Laurent Cipriani/ AP

Der ehemalige französische Priester Bernard Preynat ist wegen Kindesmissbrauchs zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt worden. Das entschied ein Gericht in Lyon, wie die französische Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf den Anwalt des Angeklagten berichtete. Gegen Preynat wurde demnach aber kein Haftbefehl erlassen. Der 75-Jährige soll in den 1980er Jahren Dutzende Kinder sexuell missbraucht haben.

Die Urteilsverkündung fand wegen der Coronavirus-Pandemie unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Der ehemalige Geistliche hatte in dem Prozess gestanden, als Leiter von Pfadfindergruppen und Ferienlagern zeitweise "vier bis fünf Kinder pro Woche" missbraucht zu haben.

Der frühere katholische Priester habe sich "das Schweigen der Eltern und das Schweigen der Kirche zunutze gemacht", um über einen Zeitraum von 20 Jahren Minderjährige sexuell zu missbrauchen, hatte die Staatsanwältin in ihrem Plädoyer gesagt. Er habe damit das Leben der Jungen zerstört.

Acht Jahre Gefängnis gefordert

Die Staatsanwaltschaft hatte mindestens acht Jahre Gefängnis gefordert. Bereits im vergangenen Sommer war Preynat von einem Kirchengericht der Klerikerstatus entzogen worden.

Insgesamt traten zehn Opfer in dem Verfahren als Zivilkläger auf. Ein Teil der Taten aus den Jahren 1971 bis 1991 ist bereits verjährt.

Vor Kurzem hatte Papst Franziskus das Rücktrittsgesuch von Kardinal Philippe Barbarin angenommen, der wegen des Skandals zurückgetreten war. Die letzten vier Jahre seien sehr schmerzhaft gewesen und es sei gut, nun eine neue Seite aufzuschlagen, sagte der 69-jährige Barbarin in einer von der Diözese veröffentlichten Videobotschaft. Ein Gericht hatte ihn zuvor von dem Vorwurf freigesprochen, die Taten Preynats gedeckt zu haben.

lmd/dpa/AFP