Keine Gnade Bush billigt Todesstrafe gegen US-Soldaten

Es ist das erste Mal seit mehr als 50 Jahren, dass ein US-Präsident wieder die Hinrichtung eines Soldaten zulässt: Als Oberbefehlshaber der US-Truppen hat George W. Bush das Todesurteil gegen einen Gefreiten bestätigt. Der Mann sitzt wegen Mordes und Vergewaltigung hinter Gittern.


Washington - US-Präsident George W. Bush stimmte am gestrigen Montag der Todesstrafe gegen den verurteilten Soldaten zu. Es war das erste Mal seit mehr als 51 Jahren, dass ein US-Staatschef wieder die Todesstrafe gegen einen US-Militärangehörigen akzeptierte. George W. Bush unterschrieb am Montag das entsprechende Gesuch eines Militärgerichts, wie Sprecherin Dana Perino erklärte.

George W. Bush: "Ernste und schwierige Entscheidung"
REUTERS

George W. Bush: "Ernste und schwierige Entscheidung"

Der Gefreite Ronald Gray wurde 1988 wegen vierfachen Mordes und acht Fällen von Vergewaltigung zum Tode verurteilt. Seither wartet er in einem Gefängnis im US-Staat Kansas auf die Vollstreckung der Strafe. Wann und wo Gray hingerichtet werden soll, war zunächst nicht bekannt.

Da das Urteil von einem Militärgericht verhängt wurde, muss der Präsident als Oberster Befehlshaber der Streitkräfte seine Unterschrift unter das Todesurteil setzen. Zuletzt hatte Präsident Dwight D. Eisenhower 1957 ein Todesurteil bestätigt: Der wegen Vergewaltigung eines elfjährigen Mädchens verurteilte John Bennett wurde 1961 gehängt. John F. Kennedy hatte 1962 eine Todesstrafe in eine lebenslange Haftstrafe verwandelt.

"Obwohl es eine ernste und schwierige Entscheidung für einen Oberbefehlshaber ist, ein Todesurteil gegen ein Mitglied der Streitkräfte zu bestätigen, glaubt der Präsident, dass die Fakten in diesem Fall keinen Zweifel daran lassen, dass die Strafe gerecht und notwendig ist", sagte Bushs Sprecherin in einer Erklärung.

"Soldat Gray wurde wegen brutaler Verbrechen verurteilt, darunter zwei Morde und drei Vergewaltigungen. Die Opfer waren eine Zivilistin und zwei Angehörige des Heeres", fügte Perino hinzu. Da mit weiteren Berufungen in dem Verfahren zu rechnen sei, werde das Weiße Haus nicht weiter Stellung nehmen.

phw/dpa/AFP/Reuters



© SPIEGEL ONLINE 2008
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.