Guru mutmaßlicher Psychosekte Jury spricht Keith Raniere in allen Anklagepunkten schuldig

Nötigung zum Sex, Gründung einer kriminellen Vereinigung, Zwangsarbeit: Im US-Prozess gegen Keith Raniere, Gründer der sektenähnlichen Organisation Nxivm, ist das Urteil gefallen.

Gerichtszeichnung von Keith Raniere: Eine Jury aus zwölf Menschen sprach ihn in New York schuldig
Jane Rosenberg/ REUTERS

Gerichtszeichnung von Keith Raniere: Eine Jury aus zwölf Menschen sprach ihn in New York schuldig


In New York ist der Prozess gegen Keith Raniere, den Guru der mutmaßlichen US-Psychosekte Nxivm, zu Ende gegangen. Die Jury sprach den 58-Jährigen in allen Anklagepunkten schuldig. Das Strafmaß soll erst Ende September verkündet werden. Raniere droht eine lebenslange Haftstrafe.

Die Staatsanwaltschaft hatte ihm unter anderem vorgeworfen, als "Guru" einer kultartigen Vereinigung teilweise minderjährige Frauen zum Sex genötigt zu haben. Sie beschuldigte ihn auch der Gründung einer kriminellen Vereinigung sowie der Verschwörung zum Einsatz von Zwangsarbeit. Raniere hatte in allen Anklagepunkten seine Unschuld beteuert: Er habe den Mitgliedern seiner Vereinigung nur Lebenshilfe geleistet, sagte er.

Nxivm (sprich: Nexium) gab es mehr als 20 Jahre lang, die Gruppe stellte sich als eine Gemeinschaft zur Lebenshilfe dar und gab an, mit mehr als 16.000 Menschen zusammengearbeitet zu haben. Die Organisation verfolgte den Ermittlern zufolge in Wahrheit jedoch den Zweck, die ausschließlich weiblichen Anhängerinnen finanziell und sexuell auszubeuten. Raniere übte laut Staatsanwaltschaft enormen finanziellen und psychischen Druck auf die Frauen aus. Geschlechtsverkehr mit dem Guru gehörte laut den Ermittlern zu den Pflichten von Ranieres Anhängerinnen.

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Nxivm: Der Guru und seine Anhänger

Nachdem sich einige Mitglieder befreien konnten und die "New York Times" die Aktivitäten der Organisation enthüllt hatte, flüchtete Raniere im Oktober 2017 nach Mexiko. Er wurde dort im März vergangenen Jahres in einer Luxusvilla im Badeort Puerto Vallarta festgenommen.

Ursprünglich sollte es in dem Prozess sechs Beschuldigte geben. Doch fünf Frauen, die bei Nxivm Leitungsrollen innehatten, plädierten auf schuldig und entgingen dadurch einem Prozess. Unter ihnen sind Clare Bronfman, Erbin des Spirituosen-Giganten Seagram, sowie die aus der TV-Serie "Smallville" bekannte Schauspielerin Allison Mack. Auch in ihren Fällen steht die Strafmaßverkündung noch aus.

aar/AFP/dpa



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