Bayern Drogenfahnder will Kokain nur zu Schulungszwecken besessen haben

Beim Chef der Allgäuer Drogenfahndung wurden knapp 1,6 Kilogramm Kokain sichergestellt. Das Rauschgift sei für Schulungen von Kollegen bestimmt gewesen, behauptet der 52-Jährige. Die Ermittler halten das jedoch für wenig plausibel.

Sichergestelltes Kokain (Symbolbild): Rauschgift für Schulungszwecke?
DPA

Sichergestelltes Kokain (Symbolbild): Rauschgift für Schulungszwecke?


Kempten/München - Der mit knapp 1,6 Kilogramm Kokain erwischte Chef der Allgäuer Rauschgiftfahndung will die Drogen nur zu Schulungszwecken besessen haben. Der Polizist habe aber in einer Vernehmung zugegeben, Drogenkonsument zu sein, bestätigte Thomas Steinkraus-Koch von der Münchner Staatsanwaltschaft einen Bericht der "Augsburger Allgemeinen".

Die Behauptung des Drogenfahnders, das Kokain sei zur Schulung von Kollegen und anderen Dienststellen bestimmt gewesen, werde von den Ermittlern "äußerst kritisch hinterfragt", sagte Steinkraus-Koch der Zeitung. Seine Version sei "angesichts dieser Menge nicht plausibel".

Zum Ergebnis der Blutproben, die von dem 52-Jährigen genommen wurden, wollte sich die Staatsanwaltschaft nicht äußern. Der Beamte aus Kempten sitzt seit drei Wochen wegen Drogenbesitzes in Untersuchungshaft. Außerdem habe der Mann angegeben, sich nicht mehr an den Angriff auf seine Ehefrau erinnern zu können, der den Skandal ins Rollen brachte.

Die Frau des 52-jährigen Polizisten hatte wegen eines Streits mit ihrem Mann am 15. Februar gegen 2.30 Uhr die Polizei alarmiert. In der Folge kam es zu einer Durchsuchung, bei der das Rauschgift gefunden wurde.

wit/dpa



© SPIEGEL ONLINE 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.