Polizeiskandal in Kempten Verhafteter Drogenfahnder soll Ehefrau schwer verletzt haben

1,6 Kilogramm Kokain wurden beim Chef der Kemptener Drogenfahndung sichergestellt. Der 52-Jährige steht zudem unter Verdacht, seine Frau schwer verletzt zu haben - das teilte Bayerns Innenminister Herrmann nun mit. Möglicherweise gehe es sogar um versuchten Totschlag.

Bayerns Innenminister Herrmann (rechts): "Umfassende und schonungslose Aufklärung"
DPA

Bayerns Innenminister Herrmann (rechts): "Umfassende und schonungslose Aufklärung"

Von , München


Der Mann, der die Kemptener Polizei in eine Vertrauenskrise stürzte und derzeit in Untersuchungshaft sitzt, muss nicht nur wegen eines Drogenfundes mit unbequemen Fragen der Ermittler rechnen. Rund 1,6 Kilogramm Kokain waren bei dem inzwischen suspendierten Chef der Kemptener Drogenfahndung entdeckt worden, als Polizisten die Wohnung und das Büro des Beamten durchsucht hatten.

Es geht in dem Fall aber auch um schwere Körperverletzung - oder sogar mehr: Die Frau des 52-jährigen Polizisten hatte wegen eines Streits mit ihrem Mann am 15. Februar gegen 2.30 Uhr die Polizei alarmiert. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann sprach nun bei einer Pressekonferenz von einer "harten Familienstreitigkeit". Die Frau sei "augenscheinlich Opfer schwerer Körperverletzungen" geworden. Inzwischen stelle sich sogar die Frage, ob es sich um versuchten Totschlag handele, sagte der CSU-Politiker.

Den Schilderungen Herrmanns zufolge stoppten Polizisten den 52-Jährigen 20 Minuten nach Auslösung der Fahndung im Straßenverkehr und nahmen ihn fest. In der Folge kam es zu der Durchsuchung, bei der das Rauschgift im Spind des Polizisten gefunden wurde. Woher es stammt, ist noch unklar. Es müsse ermittelt werden, ob die Drogen aus der Asservatenkammer der Polizei stammten, sagte Herrmann. Man könne aber auch nicht ausschließen, dass sich der Beamte das Kokain "auf anderem Wege" beschafft habe.

Drogen werden in der Asservatenkammer aufbewahrt, so lange sie als Beweismittel benötigt werden und erst nach Abschluss eines Strafverfahrens vernichtet.

Der 52-Jährige sitzt inzwischen in der JVA Stadelheim. Ob oder wie er sich zu den Vorwürfen äußert, wollte die Staatsanwaltschaft München nicht mitteilen.

Der Fall werde "umfassend und schonungslos" aufgeklärt, kündigte Herrmann an. Wegen eines möglichen Bezugs zur organisierten Kriminalität wollte der Minister keine weiteren Details zum derzeitigen Ermittlungsstand nennen. In der "Augsburger Allgemeinen" war der Verdacht geäußert worden, der Polizist könnte mit der Mafia zusammengearbeitet haben. Das Allgäu gilt seit Jahren als Hochburg der italienischen Rauschgiftmafia.



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pefete 25.02.2014
1.
jetzt muss erstmal geschaut werden, ob er csu mitglied ist. wahrscheinlich, sonst hätte er den posten nicht. dann muss man sehen, was man der öffentlichkeit mitteilt, was man unter den teppich kehrt. uind womöglich dann der beamte, der das entdeckt hat "weggelobt". so nenntb man doch in bayern "Umfassende und schonungslose Aufklärung", oder?
herr-bienzle 25.02.2014
2. Kempten?
Ein Fall für Klufti...
rabenkrähe 25.02.2014
3. jaja
Zitat von sysopDPA1,6 Kilogramm Kokain wurden beim Chef der Kemptener Drogenfahndung sichergestellt. Der 52-Jährige steht zudem unter Verdacht, seine Frau schwer verletzt zu haben - das teilte Bayerns Innenminister Herrmann nun mit. Möglicherweise gehe es sogar um versuchten Totschlag. http://www.spiegel.de/panorama/justiz/kempten-verhafteter-drogenfahnder-soll-ehefrau-schwer-verletzt-haben-a-955605.html
......... Polizei und Staatsanwaltschaft verkommen in Deutschland immer mehr zur kriminellen Vereinigung. Und Bayern spielt die Vorreiterrolle. rabenkrähe
r.muck 25.02.2014
4. Halbjahresrhythmus
Es vergeht kein Halbjahr ohne dass die bayerische Polizei extrem negativ in die Schlagzeilen gerät. Nimmt man bairische Staatsanwaltschaften und Gerichte dazu, entsteht der Eindruck, das es mit der Rechtssicherheit im weiß/blauen Freistaat nicht weit her ist. Das ist der allzu bittere Nachgeschmack wenn sich König Horst als Bewahrer des "sichersten" Landes stilisiert. Genauso wenn die Polizei ihre fantastischen Aufklärungsquoten meldet. Wie die häufig zustande kommen, insbesondere Geständnisse, diese Frage würde nur das schöne Bild, oder besser den schönen Schein trüben.
brainpenetration 25.02.2014
5.
Ein CSU Politiker der die Züchtigung des (leib)eigenen Weibes als Gewalttat darstellt ist auch eher selten...
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