Vorwurf sexueller Nötigung Kevin Spacey darf sich mutmaßlichem Opfer nicht nähern

Kevin Spacey wird ein sexueller Übergriff auf einen damals 18-Jährigen zur Last gelegt. Ein Gericht hat nun Auflagen gegen den Schauspieler verhängt. Zu den Vorwürfen äußerte er sich nicht.

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Der zweifache Oscarpreisträger Kevin Spacey darf sich einem Mann, den er sexuell genötigt haben soll, nicht nähern. Spacey dürfe keinen "direkten oder indirekten Kontakt" zu dem Mann aufnehmen, ordnete ein Richter in Nantucket im US-Bundesstaat Massachusetts an.

Dem 59-Jährigen wird unsittliches Verhalten und Körperverletzung vorgeworfen. Es geht um einen Vorfall aus dem Juli 2016 auf der Ferieninsel Nantucket. Spacey soll einen damals 18-jährigen Aushilfskellner in einer Bar betrunken gemacht und später unsittlich berührt haben.

Zu den Vorwürfen schwieg Spacey während der Anhörung. Er hatte dem Gericht jedoch bereits mitgeteilt, dass er auf "nicht schuldig" plädieren werde. Beim nächsten Termin am 4. März müsse Spacey nicht persönlich anwesend sein, aber für eventuelle Rückfragen beispielsweise per Telefon zur Verfügung stehen, ordnete der Richter an.

Die Ermittler sind in Besitz eines Videos, das Spaceys mutmaßliches Opfer während des Vorfalls mit seinem Smartphone selbst gedreht hatte. Der junge Mann, der sich dem Star gegenüber fälschlicherweise als 23-Jähriger ausgegeben hatte, tauschte an dem Abend offenbar Nachrichten mit seiner Freundin aus. Weil diese ihm nicht glaubte, schickte er ihr ein Snapchat-Video. Es zeigt laut "New York Times", dass Spacey den Mann zwischen den Beinen berührt.

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Die ersten Vorwürfe sexueller Übergriffe gegen Kevin Spacey erhob der Schauspieler Anthony Rapp im Oktober 2017 (lesen Sie hier einen Überblick zu dem Fall). In einem Interview sagte er, Spacey habe ihn 1986 bei einer Party missbraucht. Damals war Rapp 14 Jahre alt.

Etliche weitere Anschuldigungen folgten. Mehr als 30 Vorwürfe von sexuellen Übergriffen und Belästigung gegen Spacey wurden öffentlich vorgebracht. Am Londoner Old Vic Theatre etwa soll er in seiner Zeit als künstlerischer Direktor Berichten zufolge mindestens 20 Männer belästigt haben. Spacey begann laut einer Sprecherin im November 2017 eine Therapie.

In England laufen mehrere Ermittlungsverfahren gegen den Schauspieler. Die Staatsanwaltschaft in Los Angeles hatte Anfang September eine Klage gegen den 59-Jährigen wegen mutmaßlichen sexuellen Missbrauchs zu den Akten gelegt, weil die Vorwürfe aus dem Jahr 1992 inzwischen verjährt sind.

Seine Karriere als Schauspieler endete auf einen Schlag. Der Streamingdienst Netflix beendete die Zusammenarbeit mit Spacey für "House of Cards", in der sechsten Staffel taucht die von Spacey gespielte Figur Frank Underwood nicht mehr auf. Regisseur Ridley Scott ließ ihn im November 2017 aus dem Film "Alles Geld der Welt" schneiden - sechs Wochen vor dem Kinostart.

jpz/AP/Reuters/AFP

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