Entführung eines Babys Bundesgerichtshof bestätigt Koblenzer Urteil

Sie entführten einen Säugling vor den Augen der verzweifelten Mutter: Der Bundesgerichtshof hat nun das Urteil gegen ein Paar aus Rheinland-Pfalz bestätigt. Eine Manipulation der Akte, die ein Verteidiger unterstellt hatte, gab es dem Senat zufolge nicht.

Entführer Melanie B. und Uwe R. vor Gericht in Koblenz: "Reisendes Betrügerpärchen"
DPA

Entführer Melanie B. und Uwe R. vor Gericht in Koblenz: "Reisendes Betrügerpärchen"


Hamburg - Der Beschluss des Bundesgerichtshofs ist knapp und in seinem Tenor eindeutig. Die Revision des Urteils des Landgerichts Koblenz im Fall zweier Kindesentführer aus Rheinland-Pfalz wird verworfen. Die Entscheidung ist daher nun rechtskräftig: Uwe R. und seine Freundin Melanie B. müssen für jeweils viereinhalb Jahre ins Gefängnis.

Auch konnte der 2. Strafsenat keine Manipulation der Unterlagen erkennen, wie sie der Verteidiger des Angeklagten R. ausgemacht haben wollte. Der Jurist hatte bemängelt, dass bei der Datierung des Urteils in der Geschäftsstelle des Landgerichts Koblenz getrickst worden sein könnte. Diesem Vorwurf folgte der Bundesgerichtshof jedoch nicht.

Der Prozess gegen Uwe R., 51, und Melanie B., 48, hatte Anfang des Jahres für großes Aufsehen gesorgt. Vor den Augen der Mutter hatte das Paar im tschechischen Trmice ein erst wenige Wochen altes Baby entführt. Das Kind wurde später wohlbehalten in einer Wohnung im rheinland-pfälzischen Neuwied gefunden. Ein Motiv für das Kidnapping blieb in dem Verfahren unklar. Der Vorsitzende Richter bezeichnete den Hundetrainer und die gelernte Fremdsprachenkorrespondentin in seiner Urteilsbegründung als "reisendes Betrügerpärchen".

jdl



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