Überfall auf Kim Kardashian in Paris Gefesselt und ins Bad gesperrt

Die Räuber kamen als Polizisten verkleidet, mitten in der Nacht: Pariser Ermittler haben Details zum Überfall auf Kim Kardashian veröffentlicht. Demnach musste das Starlet dramatische Minuten erdulden.


Kim Kardashian hat ein besonderes Verhältnis zu Paris: 2014 feierten das Starlet und der Rapper Kanye West ihre Hochzeit unter anderem mit einer prunkvollen, man könnte auch sagen protzigen, Party im Schloss von Versailles nahe Paris. Auch auf den Modenschauen der Stadt ist Kardashian ein gern gesehener Gast. Seit diesem Wochenende dürfte die US-Amerikanerin die französische Metropole in weit weniger guter Erinnerung behalten.

Kardashian wurde mit der Waffe bedroht, gefesselt, eingesperrt und ausgeraubt: Als Polizisten verkleidete Männer überfielen die 35-Jährige in der Nacht zum Montag in einer Luxusresidenz in Paris und raubten ihr Schmuck im Wert von geschätzten neun Millionen Euro. Der Reality-TV-Star blieb bei dem Vorfall äußerlich unverletzt, wie ihre Sprecherin mitteilte.

Eigentlich war Kardashian zur Fashion Week nach Paris gereist und hatte sich in einer Luxusresidenz in der Innenstadt einquartiert. Das Gebäude nahe der Kirche La Madeleine ist bei Prominenten sehr beliebt und verfügt über zahlreiche Geheimeingänge, eine Nacht lassen sich die Gäste bis zu 15.000 Euro kosten. Dort wurde Kardashian in der Nacht zum Montag gegen 2.30 Uhr Opfer des Raubüberfalls.

Fotostrecke

5  Bilder
Überfall auf Kardashian: Drama in der Luxus-Herberge

Nach Worten ihrer Sprecherin wurde sie von "zwei bewaffneten und maskierten Männern, die wie Polizisten angezogen waren" überfallen. Der Polizei zufolge drangen zunächst fünf mit Polizeijacken bekleidete Männer in die Residenz im noblen achten Pariser Bezirk ein und überwältigten den Nachtwächter. Zwei der Männer seien dann in Kardashians Apartment eingedrungen. Sie hätten Kardashian "gefesselt" und im Badezimmer eingesperrt.

Ihre Beute hat einen erheblichen Wert: Ein vier Millionen Euro teurer Ring und eine Schatulle mit Schmuck im Wert von fünf Millionen Euro, wie aus Justizkreisen verlautete. Gestohlen wurden zudem zwei Mobiltelefone. Die Täter konnten unerkannt fliehen. Womöglich türmten sie auf Fahrrädern - aus der Eingangshalle der Residenz wurden Räder gestohlen.

Kardashian sei "wirklich sehr aufgewühlt, aber unverletzt", sagte ihre Sprecherin. Nach ihrer Aussage bei der Polizei verließ die 35-Jährige Paris am Montagmorgen per Flugzeug.

Wegen des Überfalls brach Ehemann Kanye West einen Auftritt in New York ab. Nach etwa einer Stunde verließ der Rapper die Bühne des Festivals The Meadows und sagte, "entschuldigt mich, die Show ist vorbei". Später erklärte ein Organisator, West habe wegen eines "Notfalls in der Familie" sein Konzert abbrechen müssen.

Politiker sorgen sich um das Image der Stadt

Auch für die Verantwortlichen der französischen Hauptstadt ist der Vorfall höchst unangenehm: Seit dem islamistischen Anschlag vom 13. November mit 130 Toten kämpft Paris mit einem Rückgang der Besucherzahlen. In der Vergangenheit gab es zudem immer wieder Überfälle auf zum Teil wohlbetuchte Touristen, die dem Ruf von Paris schadeten.

Die konservative Präsidentschaftsanwärterin Nathalie Kosciusko-Morizet warnte am Montag mit Blick auf den Überfall auf Kardashian vor einem "Image"-Schaden für Paris. Die Sicherheit in der französischen Hauptstadt müsse dringend verbessert werden, sagte sie dem Sender Europe 1: "Wir machen uns Sorgen um die Stadt. Das wird überall in den Nachrichten laufen."

Die sozialistische Bürgermeisterin Anne Hidalgo sah sich genötigt zu betonen, es handle sich um eine "sehr seltene Tat". Der Überfall stelle die generelle Sicherheit in Paris nicht in Frage. Kardashian sei "jederzeit wieder willkommen in der Stadt".

jok/AFP/Reuters



© SPIEGEL ONLINE 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.