Von U-Boot verschwundene Journalistin Polizei sucht nach weiteren Leichenteilen in der Køge-Bucht

Die dänische Polizei hat in der Køge-Bucht einen Torso gefunden - doch handelt es sich um den Körper der verschwundenen Journalistin Kim Wall? Ein DNA-Test soll Gewissheit bringen.

AFP

Die Polizei in Kopenhagen erwartet erst am Mittwoch weitere Erkenntnisse darüber, ob es sich bei dem gefundenen Frauentorso um die vermisste Kim Wall handelt. Polizeisprecher Jens Møller Jensen sagte, die DNA des Torsos müsse mit der Spur der schwedischen Journalistin abgeglichen werden. "Das Ergebnis erwarten wir frühestens morgen."

Es sei festgestellt worden, dass der Kopf sowie Arme und Beine bewusst vom Körper abgetrennt wurden. Taucher hätten den Tag über die Gewässer südwestlich der Insel Amager abgesucht, aber keinen weiteren Fund gemeldet. Die Tauchgänge nahe der Fundstelle werden laut Polizei fortgesetzt - auch mithilfe der dem Militär unterstellten Heimwehr.

Die Polizei hatte den Torso am Montagabend nahe der Køge-Bucht südlich von Kopenhagen gefunden. "Der Länge des Torsos zufolge spricht nichts dagegen, dass es sich um Kim Wall handeln kann, aber wir wissen es noch nicht", so Jensen.

Kim Wall war das letzte Mal gesehen worden, als sie am 10. August an Bord eines U-Bootes des dänischen Ingenieurs Peter Madsen ging. Sie wollte eine Reportage über den U-Boot- und Raketenbauer schreiben.

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Tüftler unter Verdacht: Peter Madsen und die Reporterin

Als das U-Boot am 11. August in der Køge-Bucht südlich von Kopenhagen unterging, war Madsen allein an Bord. Nach seiner Rettung geriet er schnell unter Verdacht und wurde noch am selben Tag festgenommen. Laut Polizei behauptete der Verdächtige zunächst, er habe Wall am Abend des 10. August auf der Insel Refshaleøen im Kopenhagener Hafengebiet abgesetzt. Eine Richterin verhängte dennoch eine 24-tägige Untersuchungshaft.

Madsens aktueller Aussage zufolge kam es zu einem "Unfall an Bord", bei dem Wall gestorben sein soll. Er habe die Leiche daraufhin an einem nicht genau genannten Ort in der Bucht "bestattet".

asa/apr/asc/dpa

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cavete 22.08.2017
1. Untersuchungen abwartden
"Es sei festgestellt worden, dass der Kopf sowie Arme und Beine bewusst vom Körper abgetrennt wurden." Das naehrt Zweifel an der Geschichte von Herrn Madsen, nach der er die Journalistin "bestattet" haben will. Denn, es macht ja keinen Sinn, eine Frau, die einem Unfall zum Opfer gefallen sein soll, zu zerstueckeln, um sie "bestatten" zu koennen. Die Polizei wird vermutlich auch pruefen, ob die Leiche moeglicherweise durch eine Schiffsschraube o.ae. zerteilt worden sein koennte - das waere ja nicht undenkbar. Vor allem aber, ob es sich tatsaechlich um die vermisste Journalistin handelt. Erst dann wird man wohl weitersehn koennen.
GyrosPita 23.08.2017
2.
Mein erster Gedanke als ich von der Story hörte war "Mal gucken, der sagt bestimmt erst das die Frau putzmunter den Kahn verlassen hat, dann wird er behaupten das es einen ominösen Unglücksfall gab, dann wird ne Leiche gefunden, und nach und nach wird der Typ nen Mord gestehen". Bis zur Leiche hatte ich schon mal Recht...
GyrosPita 23.08.2017
3.
Zitat von cavete"Es sei festgestellt worden, dass der Kopf sowie Arme und Beine bewusst vom Körper abgetrennt wurden." Das naehrt Zweifel an der Geschichte von Herrn Madsen, nach der er die Journalistin "bestattet" haben will. Denn, es macht ja keinen Sinn, eine Frau, die einem Unfall zum Opfer gefallen sein soll, zu zerstueckeln, um sie "bestatten" zu koennen. Die Polizei wird vermutlich auch pruefen, ob die Leiche moeglicherweise durch eine Schiffsschraube o.ae. zerteilt worden sein koennte - das waere ja nicht undenkbar. Vor allem aber, ob es sich tatsaechlich um die vermisste Journalistin handelt. Erst dann wird man wohl weitersehn koennen.
Steht doch im Artikel: "bewusst abgetrennt". Das heißt die Polizei hat die Prüfung schon durchgeführt und schließt einen Kontakt mit einer Schifffschraube aus. Sieht nicht gut aus...
spon-41n-cihi 23.08.2017
4. @1
Sorry, aber Verletzungen von Schiffsschrauben sehen sehr spzifisch aus - Allein schon weil diese Schrauben nicht sonderlich scharf sind zerfetzt da eine Menge Gewebe. Ausserdem: Welcher Mensch der halbwegs bei Sinnen ist denkt sich "Ups, jetzt isse tot. Besser schnell auf See bestatten, es sind ja ein paar Stunden Fahrt bis zum Hafen"? Falls es einen Unfall gab, so wuerde es doch wesentlich mehr Sinn ergeben, schleunigst ein SOS zu Funken, das Schiff der Kuestenwache zu uebergeben und sich nicht zwei verschiedene Versionen der Ereignisse zurechtzulegen. Auch unter der Unschuldsvermutung empfinde ich persoenlich die Beweislage hier bereitrs ziemlich erdrueckend. Es sei denn, es handlet sich nicht um die Ueberreste der Vermissten.
Jyn 23.08.2017
5. Nah
Ist halt ein ziemlich dummer Zug von ihm gewesen zuerst sowas Dummes zu sagen. Wahrscheinlich hat die Reporterin irgendetwas wichtiges über Madsen herausgefunden, was er privat halten wollte. (Bitte nicht; das wäre ja dasselbe Ende wie mein letzter Roman...)
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