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Kinderpornografie Polizeigewerkschaft warnt vor Überforderung durch massenhafte Hinweise

Die Landeskriminalämter müssen sich künftig zusätzlich um Zehntausende Hinweise zu kinderpornografischen Inhalten kümmern. Eine Gewerkschaft warnt, dass Kriminelle dadurch unentdeckt bleiben könnten.
Foto: Jan Woitas/ dpa

Wenige Tage vor einer geplanten Neuverteilung der Aufgaben zwischen Bundes- und Landespolizei schlägt die Gewerkschaft der Polizei (GdP) Alarm: Der Schritt könne dazu führen, dass Zehntausende Verdachtsfälle im Bereich der Kinderpornografie nicht mehr ausreichend untersucht werden.

Konkret gehe es um bundesweit mehr als 60.000 Fälle, die jährlich vom US-Zentrum für vermisste und ausgebeutete Kinder (NCMEC) den deutschen Behörden gemeldet würden, weil die Täter aus Deutschland amerikanische Server genutzt hätten, teilte die GdP mit.

Ab 1. März seien die Landeskriminalämter für die Prüfung dieser Hinweise zuständig – bisher habe das Bundeskriminalamt die Aufgabe übernommen. In Nordrhein-Westfalen seien weder das Landeskriminalamt noch die örtlichen Polizeibehörden auf den zu erwartenden sprunghaften Anstieg der Verdachtsfälle vorbereitet, heißt es nun von der Gewerkschaft. Die Zahl der Ermittler und die technische Ausstattung seien unzureichend.

Die bisher erfolgte Personalaufstockung in diesem Bereich reicht demnach nicht aus. Laut GdP könnten Täter deswegen straffrei bleiben. »Wir brauchen mehr IT-Experten und Fachkräfte, die die Polizisten bei der Auswertung der ständig steigenden Datenmengen unterstützen«, sagte GdP-Vizelandeschef Michael Maatz. »Die zusätzlichen Stellen müssen jetzt bereitgestellt werden und nicht erst in ein paar Monaten, wenn die Welle der Missbrauchsfälle über die Polizei hereingebrochen ist.«

Mit den Missbrauchsfällen Lügde, Bergisch Gladbach und Münster waren in Nordrhein-Westfalen seit dem Jahr 2019 gleich drei große Tatkomplexe aufgedeckt worden. Es geht dabei um sexuelle Gewalt an einer Vielzahl von Kindern und um große Netzwerke von Tatverdächtigen.

fek/dpa