Kinderschänder-Ermittlungen BKA spürt 13-Jährige mit TV-Fahndung auf

Die beispiellose Großfahndung hatte Erfolg. BKA-Fahnder haben eine 13-Jährige identifiziert, die mutmaßlich missbraucht wurde - den Durchbruch brachte eine ungewöhnliche Aktion: die Veröffentlichung von Opfer-Fotos des Mädchens im Fernsehen.

Wiesbaden - Wie die Behörde am Abend in Wiesbaden mitteilte, seien die Ermittlungen zur Tataufklärung noch nicht abgeschlossen. Deshalb würden zunächst keine weiteren Einzelheiten mitgeteilt.

Die Hinweise zu den aus dem Jahr 2004 stammenden Bildern waren nach der Ausstrahlung der gestrigen Fahndungsmeldung in der ZDF-Sendung "Aktenzeichen XY...ungelöst" eingegangen. Laut BKA gibt es bei der Staatsanwaltschaft Gießen ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts des schweren sexuellen Missbrauchs eines Kindes sowie der Herstellung und Verbreitung von Kinderpornografie im Internet.

Ermittler des Bundeskriminalamtes hatten im Internet mehrere Fotos des jungen Mädchens entdeckt - eindeutig mit pornografischem Hintergrund. Das BKA ging davon aus, dass das Kind noch immer schwerem Missbrauch ausgesetzt sein könnte, und entschlossen sich daher zur Veröffentlichung der Fotos.

Normalerweise werden Fotos von Missbrauchsopfern gepixelt, um die Persönlichkeitsrechte der Person zu schützen. Um die Identität eines Kindes zu klären, haben sich die Ermittler allerdings entschlossen, mehrere Fotos ungepixelt zu veröffentlichen.

Ende 2005 waren Beamte der Zentralstelle für Kinderpornografie des Bundeskriminalamts auf die Bilderserie im Internet gestoßen. Nach Auskunft der in dem Fall ermittelnden Staatsanwaltschaft im mittelhessischen Gießen hatten sich nach der Veröffentlichung der Fotos Zuschauer mit Hinweisen auf die Identität des Kindes gemeldet, denen nachgegangen wurde. Sehr viele Hinweise waren es nach den Worten von Oberstaatsanwalt Reinhard Hübner jedoch nicht. Für Hinweise zur Ergreifung der Täter hat die Staatsanwaltschaft eine Belohnung in Höhe von 5000 Euro ausgesetzt.

Es war bereits das vierte Mal seit 1999, dass BKA-Fahnder mit dem Foto eines nicht identifizierten Missbrauchsopfers an die Öffentlichkeit gingen. Auch in der Vergangenheit konnten die Personen jeweils nach wenigen Tagen gefunden werden.

dab/ddp/AP

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