Kindesentführung Wie mit dem Fall Maddie im Internet Kasse gemacht wird

In aller Welt bangen die Menschen um die in Portugal entführte Maddie. Mitleid, mit dem im Internet Kasse gemacht wird. So mancher, der sich über den Fall informieren will, wird von skrupellosen Betrügern abgezockt.

London - Innerhalb von nur 48 Stunden verzeichnete die "Findet Madeleine"-Webseite mehr als 75 Millionen Treffer. Damit, schreibt die britische "Times", sei sie zur Zeit eine der meistgeklickten Internetseiten.

Doch der übliche Internet-Irrsinn machte auch vor der Tragödie des vierjährigen entführten Mädchens nicht Halt. Allein in den letzten drei Tagen wurden zwanzig Webseiten mit ähnlichem Namen wie "Findet Madeleine" kreiert. Doch mit Informationen zum Fall Maddie haben diese Angebote nichts zu tun.

Vielmehr gelangt der Besucher in obskure Chatrooms, bei Immobilien-Maklern oder auf Flirt-Sites. Natürlich gibt es auch Sites mit Spendenaufrufen; die Betreiber versuchen direkt an Konto-Nummern und andere persönliche Angaben von potentiellen Spendern heranzukommen.

Die Familie von Madeleine reagierte laut "Daily Mail" mit Empörung: "Es ist eine Schande, dass Leute die allgemeine Hilfsbereitschaft derart ausnutzen", sagte Madeleines Onkel John McCann. "Ich benutze das Wort Parasiten nicht gern, aber dies sieht ganz danach aus."

Von Maddie, die am 3. Mai entführt wurde, fehlt jede Spur.

Nach dem Kind wird mittlerweile in einer europaweiten Kampagne mit Hilfe von Postern, E-Mails, Telefonaktionen und Videos gesucht. Besonders in Großbritannien ist die Anteilnahme natürlich groß.

Beim Pokalfinale der Fußball-Clubs Manchester United und FC Chelsea, das weltweit schätzungsweise 500 Millionen Fans am Fernseher verfolgen werden, wird ein kurzer Film gezeigt, der Maddies Schicksal nochmals in den Fokus der Weltöffentlichkeit rücken soll. Der Beitrag ist mit dem Song "Don't you forget about me" der "Simple Minds" unterlegt.

pad/dpa

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