Verdacht auf Kindesmissbrauch BKA-Fahnder fassen deutschen Sektengründer in Uruguay

Ein deutscher Sektengründer soll ein Mädchen als "Sexsklavin" gehalten haben. Um einem Prozess zu entgehen, war er seit acht Jahren auf der Flucht. Diese endete jetzt in Südamerika.

Fahnder des Bundeskriminalamtes (BKA) haben in Uruguay einen Sektengründer gefasst, dem schwerer Kindesmissbrauch vorgeworfen wird. Der 60-Jährige soll sich 1994 insgesamt neun Mal an der 13-jährigen Tochter von zwei Sektenmitgliedern vergangen haben.

Bereits Mitte Juni wurde der Gründer der Sekte "Lichtoase" zusammen mit einer 59 Jahre alten Frau von BKA-Zielfahndern und der einheimischen Polizei festgenommen, teilte das BKA mit.

Der Frau wird Beihilfe zum Missbrauch vorgeworfen. Sie soll als "Medium" der Sekte fungiert haben. Die Verdächtigen waren demnach seit 2007 auf der Flucht. Das BKA übernahm den Fall im April 2014 von der Staatsanwaltschaft Detmold. Anklage war bereits 2006 erhoben worden.

Das Opfer war mit seinen Eltern aus der Schweiz zu der Sekte gestoßen und hatte dort mehrere Jahre auf unterschiedlichen Anwesen gelebt. "Sie war eine Art Sexsklavin für den Mann", sagte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft.

Die beiden Verdächtigen wurden den Angaben zufolge auf einem Anwesen in Uruguay aufgespürt und festgenommen, das von Sektenmitgliedern finanziert wurde.

sms/dpa/AFP
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