Klatten-Erpressung Urteil gegen Helg Sgarbi ist rechtskräftig

Das Urteil im Blitz-Prozess ist rechtskräftig: Wie das Landgericht München mitteilte, haben weder Helg Sgarbis Anwalt noch die Staatsanwaltschaft Rechtsmittel eingelegt. Dabei hatte Verteidiger Geis zunächst angekündigt, in Revision gehen zu wollen.


München - Noch in der vergangenen Woche schien die Sache für Egon Geis klar: "Ich lege Rechtsmittel ein, weil ich davon ausgehe, dass es die Staatsanwaltschaft auch macht. Zurücknehmen kann man immer wieder", hatte der Verteidiger von Helg Sgarbi am Dienstag gesagt - doch geschehen ist seither offenbar nichts.

In einer Mitteilung des Münchner Gerichts heißt es nun, das Urteil gegen Sgarbi sei rechtskräftig. Die Verteidigung habe auf Rechtsmittel verzichtet - ausdrücklich auch im Namen Sgarbis. Die Münchner Staatsanwaltschaft ging ebenfalls nicht in Revision. Die Frist für die Einlegung von Rechtsmitteln endete am gestrigen Montag um Mitternacht.

Helg Sgarbi war am Montag der vergangenen Woche vom Landgericht München I in einem Blitz-Prozess zu sechs Jahren Haft verurteilt worden. Er wurde des gewerbsmäßigen Betrugs und der versuchten gewerbsmäßigen Erpressung schuldig gesprochen.

Der Schweizer hatte gestanden, die BMW- und Altana-Großaktionärin Susanne Klatten sowie weitere Frauen um knapp 9,4 Millionen Euro betrogen und durch kompromittierende Bilder von intimen Treffen mit ihm erpresst zu haben. Mit dem Geständnis des Schweizers blieb der Quandt-Erbin und den anderen drei Frauen eine Aussage vor Gericht erspart.

Nach den Worten seines Anwalts habe Sgarbi bereits Angebote sowohl für ein Buch als auch für eine Verfilmung seiner Geschichte erhalten. Bisher hätten sie alles abgelehnt, sagte Geis. "Wir haben gesagt, erst mal der Prozess." Es sei aber nicht ausgeschlossen, dass Sgarbi ein solches Angebot annehmen werde. Man werde in Ruhe darüber nachdenken. Er werde seinen Mandanten auch in dieser Sache beraten.

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Sgarbis Komplize Ernano Barretta muss sich am 24. März im mittelitalienischen Pescara wegen Bildung einer kriminellen Vereinigung vor Gericht verantworten. Er war im Juni 2008 unter dem Verdacht festgenommen worden, der Kopf einer Organisation von Betrügern zu sein, die mit dem Schweizer Sgarbi zusammengearbeitet haben soll. Ende Februar war der Italiener nach achtmonatiger U-Haft wieder freigekommen. Er schweigt bislang beharrlich.

Ihm wird auch vorgeworfen, unter anderem eine Romanze Sgarbis mit Klatten gefilmt zu haben. Mit den intimen Videos hatte Sgarbi versucht, weiteres Geld von der Quandt-Erbin zu erpressen.

Laut Beweislage soll Guru Barretta seinen Jünger Sgarbi zum Abschöpfen der reichen Damen regelrecht getrieben haben. Barretta hatte die Namen, Telefonnummern und Summen in jedem Betrugsfall in seiner Sakkotasche, auf seinem Grund und Boden waren 1,8 Millionen Euro, die vermutlich aus der Beute stammen, versteckt.

han/ddp

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