Schreckschuss- und Gaspistolen Zahl der kleinen Waffenscheine steigt auf 400.000

Die Deutschen besorgen sich vermehrt die Erlaubnis, Gas- und Schreckschusswaffen zu tragen. Laut einem Medienbericht haben inzwischen mehr als 400.000 einen kleinen Waffenschein.

Schreckschuss-Pistole
DPA

Schreckschuss-Pistole


Die Zahl der Bundesbürger, die mit einer Schreckschuss- oder Reizgaspistole aus dem Haus gehen wollen, steigt. Waren im Januar bei deutschen Behörden noch 301.000 kleine Waffenschein registriert, stieg deren Zahl bis Juli 2016 auf rund 402.000. Das berichtet die "Welt am Sonntag" unter Berufung auf das Bundesinnenministerium.

Die Zahl der Erlaubnisse für echte Schusswaffen blieb hingegen konstant: Nach wie vor existieren in Deutschland knapp 1,9 Millionen Waffenbesitzkarten.

Pistolen für Gas- oder Platzpatronen sind in Deutschland für Erwachsene ohne Prüfung käuflich. Wer die Waffe aber außerhalb der Wohnung bei sich haben will, braucht seit 2003 die behördliche Erlaubnis des kleinen Waffenscheins. Gegen eine Gebühr wird er von der Polizei, Gemeinden, Kreisverwaltungen, Ordnungs- und Landratsämtern ausgestellt. Die Ämter prüfen Zuverlässigkeit und Eignung der Antragsteller, der zum Beispiel nicht von Drogen oder Alkohol abhängig sein darf.

Der Vorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft, Rainer Wendt, sagte der Zeitung, die Menschen hätten "zunehmend Angst vor Terror und Kriminalität" und ließen sich "nicht länger mit Statistiken, Beschwichtigungen oder Ankündigungen beruhigen". Großen Nutzen habe eine private Bewaffnung nach Ansicht Wendts aber nicht: "Den Umgang mit Waffen muss man lernen und trainieren", sagte Wendt.

Die Innenexpertin der Grünen-Bundestagsfraktion, Irene Mihalic, forderte Verschärfungen beim Kauf und Besitz von Schreckschuss- und Gaswaffen. Die Grünen fordern seit Längerem, dass bereits für den Erwerb von Reizstoffwaffen die Vorlage eines kleinen Waffenscheins notwendig wird.

cht

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