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02. August 2017, 10:07 Uhr

Kleinkind in Indianerreservat ausgesetzt

Mutter muss wegen Totschlags 20 Jahre in Haft

Eine US-Amerikanerin, die ihr 17 Monate altes Kind in der Wüste sterben ließ, ist zu einer hohen Haftstrafe verurteilt worden. Sie habe ihre Tochter vorsätzlich und kaltherzig dem Tod überlassen, so der Richter.

Sie ließ den Kinderwagen mitten in der Wüste in einem Indianerreservat stehen und überließ ihre 17 Monate alte Tochter ihrem Schicksal: Für diese Tat hat ein Gericht in Phoenix, Arizona, Ashley A. zu einer Haftstrafe von 20 Jahren verurteilt. Die 23-Jährige aus Chinle habe das unschuldige Kind "vorsätzlich, kaltherzig und auf entsetzliche Weise getötet", sagte Bezirksrichter David C. Campbell.

A. hatte sich im Prozess des Totschlags schuldig bekannt. Sie hatte das Kind vier Tage lang alleingelassen und war dann in die Wüste zurückgekehrt, um den kleinen Leichnam in einer Tierhöhle zu begraben. Während ihrer Abwesenheit soll die Mutter Freunde getroffen haben und Eis essen gegangen sein, Fotos davon postete sie dem Staatsanwalt zufolge auf Facebook. "Als sie wiederkam, war das Kind tot."

Die Tat ereignete sich im September 2016 im Apache County. Bei der Obduktion wurde Methamphetamin im Körper des Kindes gefunden. Zwar standen Mutter und Kind unter Aufsicht der Kinderschutzbehörden. A. hatte aber zwei Monate vor der Tat das Sorgerecht für ihre Tochter bekommen.

ala/AP

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