"Rechtfertigender Notstand" Bankfiliale beschmiert - Gericht spricht Klimaaktivist frei

Ein Klimaaktivist beschmierte die Fassade der Crédit Suisse in Genf. Ein Gericht hat nun entschieden: Die Aktion war gerechtfertigt.
Logo der Crédit Suisse (Archivbild)

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Foto: ARND WIEGMANN/ REUTERS

Ein junger Mann hinterließ im Oktober gemeinsam mit anderen Aktivisten des Kollektivs Breakfree Schweiz rote Handabdrücke auf der Genfer Zentrale der Crédit Suisse: Nun hat ein Genfer Berufungsgericht den 23-Jährigen freigesprochen, wie unter anderem die "Berner Zeitung" berichtet.  

Als Grund nannte das Gericht, der Mann habe die Fassade aus "rechtfertigendem Notstand" beschmiert. Die Aktion habe zu Recht auf die Gefahr durch den Klimawandel aufmerksam machen wollen, entschied das Gericht laut der Schweizer Nachrichtenagentur sda. Es betonte aber, das Urteil sei kein "Freifahrtschein" für weitere Beschädigungen.

In erster Instanz verurteilt

Zunächst hatte das Genfer Polizeigericht den Aktivisten in erster Instanz wegen Sachbeschädigung verurteilt. Dagegen hatte seine Verteidigerin Laïla Batou Berufung eingelegt.

Das Gericht folgte in seinem Urteil Batous Argument, die einen "rechtfertigenden Notstand" angeführt hatte. Batou hatte gefordert, das Gericht solle die unmittelbare Gefahr durch den Klimawandel anerkennen, auf welche die Aktivisten aufmerksam machen wollten.

kha/mst/AFP
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