Jahresbericht Knapp 400 Polizeieinsätze in Berlin gegen Clankriminalität

Hunderte kontrollierte Objekte, fast tausend Strafanzeigen und Dutzende beschlagnahmte Waffen: Die Berliner Behörden haben Bilanz zur Clankriminalität gezogen - und weitere Maßnahmen angekündigt.
Kampf gegen Clankriminalität: Kontrollaktion in Neukölln (Archiv)

Kampf gegen Clankriminalität: Kontrollaktion in Neukölln (Archiv)

Foto: Paul Zinken/ dpa

382 Mal ist die Polizei im vergangenen Jahr im Zusammenhang mit mutmaßlicher Clankriminalität ausgerückt. Die Einsatzkräfte hätten mehr als 700 Objekte kontrolliert, darunter allein mehr als 300 Cafés und Bars, fast 200 Shisha-Bars sowie Wettbüros, Spielstätten, Barber-Shops und Juweliere, heißt es im Jahresbericht für 2019 , den die Senatsinnenverwaltung nun veröffentlicht hat.

Insgesamt hätten Beamte fast tausend Strafanzeigen und mehr als 5900 Anzeigen zu Ordnungswidrigkeiten gefertigt. Beschlagnahmt wurden demzufolge nahezu 35.000 Euro aus Drogengeschäften, etwa 970 Verkaufseinheiten Betäubungsmittel, mehr als 30.000 unversteuerte Zigaretten, rund 550 Kilo unversteuerten Wasserpfeifentabak, 104 Waffen sowie 123 Autos und zwei Motorräder.

Innensenator Andreas Geisel sagte, 2019 sei der Druck auf Kriminelle aus Clans deutlich erhöht worden. In dem Bereich habe sich eine Parallelwelt mit eigenem Kodex und der Ablehnung des geltenden Rechts entwickelt. "Das konnten wir nicht länger dulden."

Die Regeln des Rechtsstaates würden ausnahmslos für alle gelten, so der SPD-Politiker. Das habe sich auch in der Corona-Pandemie nicht geändert. Gegen Verdächtige aus dem Clanmilieu, die Soforthilfen erschleichen wollten, seien Ermittlungen eingeleitet worden.

Polizeipräsidentin Barbara Slowik sagte, die Verschmelzung von gewerblichen Strukturen und Kriminalität sei deutlich erkennbar. Der Handel mit unversteuertem Shisha-Tabak mit hohen Gewinnmargen sowie die Legalisierung von kriminell erworbenem Vermögen wie etwa Immobilien machten deutlich, dass solchen kriminellen Strukturen weiter bekämpft werden müssten.

2018 wurden in Berlin 77 Immobilien von kriminellen Angehörigen einer arabischstämmigen Familie mit einem Gesamtwert von 9,3 Millionen Euro sichergestellt. Im April 2019 wurden auch die Mieteinnahmen beschlagnahmt. Im April dieses Jahres ordnete das Landgericht die Einziehung von zwei dieser Immobilien an.

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