Knast-Abflug Mörder flieht zum zweiten Mal mit Hubschrauber

Ein französischer Gangster übt sich in der Kunst des schnellen Abflugs. Zum zweiten Mal ist der 43-jährige Mörder per Helikopter aus einem Gefängnis befreit worden. Einmal organisierte er selbst den fliegenden Ausbruch von Komplizen.


Grasse - Wie schon im Oktober 2001 ist Pascal Payet gestern die spektakuläre Flucht per Helikopter aus dem Gefängnis gelungen. Wie aus Ermittlerkreisen verlautete, nahmen vier bewaffnete, vermummte Männer am Abend einen Hubschrauberpiloten auf dem Flughafen Cannes-Mandelieu als Geisel und zwangen ihn, zum Gefängnis von Grasse im Departement Alpes-Maritimes zu fliegen, in dem Payet eine Haftstrafe wegen Mordes absaß.

Entführter Helikopter: Vier maskierte Gangster befreiten ihren Komplizen auf dem Luftweg
AFP

Entführter Helikopter: Vier maskierte Gangster befreiten ihren Komplizen auf dem Luftweg

Der Hubschrauber landete auf dem Dach der Haftanstalt, die vier Männer befreiten kurzerhand ihren Komplizen und gingen anschließend wieder in die Luft. In Brignoles im Departement Var ließen sie den Piloten geknebelt, aber unversehrt frei. Die Geiselnehmer und der befreite Häftling setzten ihre Flucht zu Fuß fort. Rund 150 Polizisten nahmen die Fahndung auf.

Der 43-jährige Payet aus Marseille war schon 2001 in einem Hubschrauber aus einem Gefängnis in Luynes im Departement Bouches-du-Rhône geflohen, wo er in Untersuchungshaft saß. 2003 organisierte er aus dem Untergrund die Befreiung von drei Komplizen aus dem Knast von Luynes - natürlich mit dem Hubschrauber. Payet ist wegen Mords an einem Geldtransporter-Fahrers zu 30 Jahren Haft verurteilt.

abl/AFP



© SPIEGEL ONLINE 2007
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.