Angebliche Beleidigung "Knöllchen-Horst" klagt gegen Dolly Buster

"Knöllchen-Horst" schlägt wieder zu. Der Rentner aus dem Harz zeigte bereits Zehntausende Parksünder an. Diesmal verklagt er Dolly Buster - wegen angeblicher Beleidigung.

Dolly Buster (Oktober 2014): Keine Stellungnahme
imago

Dolly Buster (Oktober 2014): Keine Stellungnahme


Osterode - "Knöllchen-Horst" ist Feindbild und Ärgernis für Tausende Autofahrer. Der Rentner aus dem niedersächsischen Osterode im Harz hat in den vergangenen Jahren Zehntausende bei den Behörden angezeigt. Beleidigen lassen will er sich deshalb aber nicht. Aus diesem Grund ist er nun erneut vor Gericht gezogen - um gegen den früheren Erotik-Star Dolly Buster zu klagen. Die 45-Jährige soll sich bei einem Fernsehauftritt über den eigenwilligen Jäger lustig gemacht haben.

Nach einem Bericht des "Harzkuriers" hatte Buster während eines Auftritts sinngemäß gesagt, das Anzeigen von Parksündern errege "Knöllchen-Horst" wohl sexuell. Der Rentner fühlte sich durch diese Äußerung beleidigt und verlangt nun dem Bericht zufolge anderthalb tausend Euro Schadenersatz.

Die gebürtige Tschechin Buster, die auch schon Kandidatin bei der RTL-Dschungelcamp-Show "Ich bin ein Star - holt mich hier raus" war, äußerte sich nicht zu dem Fall. An dem Zivilverfahren vor dem Amtsgericht Osterode wollte sie nach Angaben von Amtsgerichtsdirektor Wolfgang Büermann nicht teilnehmen.

Es ist nicht das erste Gerichtsverfahren, das "Knöllchen-Horst" wegen mutmaßlicher Beleidigung anstrengt. 2011 hatte ihm eine Zivilkammer des Landgerichts Göttingen in zweiter Instanz wegen Beleidigung Schmerzensgeld zugesprochen. Der umtriebige Rentner war damals von Falschparkern beleidigt worden.

Im aktuellen Fall stehen die Chancen von "Knöllchen-Horst" offenbar nicht so gut. Der zuständige Richter habe nach einer vorläufigen Würdigung des Sachverhalts angedeutet, dass die Klage nur geringe Aussicht auf Erfolg habe, sagte Amtsgerichtsdirektor Büermann. Das Urteil werde voraussichtlich am nächsten Donnerstag verkündet.

In den vergangenen Jahren zeigte "Knöllchen-Horst" in seiner Heimat nicht nur Tausende Falschparker an, sondern dokumentierte die Fälle auch in einem eigenen Register. Sein spektakulärster Fall: Der Rentner zeigte die Besatzung eines Rettungshubschraubers wegen Parkens auf einem Gehweg an.

Das Oberverwaltungsgericht Lüneburg nannte den Rentner vor anderthalb Jahren einen Verleumder: Wer das Hobby habe, Falschparker aufzuschreiben, gehe einer "denunziatorischen Tätigkeit" nach. Auch an anderer Stelle musste der selbsternannte Ordnungshüter einstecken: Nach einer Geschwindigkeitsüberschreitung wehrte er sich mit allen Mitteln vor Gericht gegen die Zahlung von zehn Euro Bußgeld - jedoch ohne Erfolg.

"Knöllchen-Horst" (links, Archivbild): Hat nun Dolly Buster angezeigt
dpa

"Knöllchen-Horst" (links, Archivbild): Hat nun Dolly Buster angezeigt

wit/jbe/dpa



insgesamt 27 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Salzwasser 22.01.2015
1. Die Verkörperung...
... aller Dinge, die in der Gesellschaft falsch laufen. Sinnloses, stures beharren auf teilweise vollkommen irrelevanten Regeln als Hobbyersatz. Wer Rettungsfliegerbesatzungen anzeigt, weil sie auf dem Gehweg parken, der hat auf der Straße nichts verloren. Der Herr sollte sich ein anderes, weniger schädliches Hobby suchen. Kreuzworträtsel sind mindestens genauso spannend, und man wird nicht von Tausenden dafür verachtet.
gerd33 22.01.2015
2. Medizinisch gesehen
Klarer Fall von Querulantenwahn. Sofern eine Fremd- oder Selbstgefährdung attestiert wird: Ab in die geschlossene Psychiatrie! PS.: Das mit der sexuelle Erregung ist gar nicht so abwegig: Fragen Sie mal die "Männer", die ihr Auto regelmäßig von Hand waschen und stundenlang mit dem Gartenschlauch abspritzen. Bei den Kameraden klappt's mit dem Abspritzen an anderer Stelle dann meist nicht mehr so richtig: Stichwort: Ersatzbefriedigung. Das Phänomen ist nicht neu; der gute Sigmund Freud hat sich schon damit befasst.
oldhenry49 22.01.2015
3. Der Rentner aus dem Harz zeigte bereits Zehntausende Parksünder an.
Und ein Gustl Mollath saß 7 Jahre in der Psychiatrie.
dibbi 22.01.2015
4. Früher...
haben sich solche Leute ein Kissen auf die Fensterbank gelegt. die Ellenbogen raufgestützt und Schukinder bepöbelt, wenn sie auf den Gehweg gespuckt haben... armer Irrer Aber lt. einem Zimmermann aus dem nahen Osten ist er ja auch seelig....
otto_lustig 22.01.2015
5. Richtig
Zitat von oldhenry49Und ein Gustl Mollath saß 7 Jahre in der Psychiatrie.
aber der hat sich ja auch mit bayerischen Banken angelegt. Ein Staatsverbrechen im Freistaat Bayern. Mein Vorschlag, schickt dem Knöllchen-Horst für jede Anzeige einen Gebührenbescheid von 20 Euro, sofern er keine anderen Zeugen beibringen kann. Dann hört der ganz von allein auf.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2015
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.