Rheinland-Pfalz 50-Jähriger zersticht 1500 Reifen an über 380 Autos

In Plaidt bei Koblenz hat ein Mann in der Nacht zu Heiligabend stundenlang Autoreifen zerstört. Gegenüber der herbeigerufenen Polizei bestritt er die Tat – doch es gibt gleich mehrere Beweise.
Winterreifen auf einem Pkw (Symbolbild)

Winterreifen auf einem Pkw (Symbolbild)

Foto: Patrick Pleul / ZB

Nichts mit Heiligabend: Ein 50-Jähriger hat in der Eifelgemeinde in Rheinland-Pfalz mutmaßlich Autoreifen an mehr als 380 Fahrzeugen zerstört. Das berichtet  die Polizeiinspektion Andernach. Der 50-jährige Mann sei in der Nacht zum Freitag auf frischer Tat ertappt worden, Beamte konnten ihn festnehmen. Zuvor hatte der Südwestrundfunk über den Fall berichtet .

Zeugen hatten den Mann demnach dabei beobachtet, wie er sich an diversen Autoreifen in der Gemeinde Plaidt bei Koblenz zu schaffen machte. Die herbeigerufene Polizei hatte nach eigenen Angaben etwa drei Stunden lang in der Ortschaft nach dem mutmaßlichen Reifenstecher gefahndet. Gegen 3.30 Uhr konnten sie einen Verdächtigen stellen, der sich an einem Auto zu schaffen machte. Als die Beamten eintrafen, sei an einigen Reifen noch die Luft entwichen, so die Polizei Andernach.

Insgesamt seien um die 1500 Reifen zerstochen worden. Bei nahezu allen der mehr als 380 Autos seien alle vier Reifen beschädigt worden.

Sachschaden in Höhe von rund 150.000 Euro

Der festgenommene 50-Jährige sei der Polizei bereits durch mehrere Straftaten bekannt – unter anderem wegen Sachbeschädigung. Er habe bei seiner Festnahme Gummihandschuhe, eine Sturmhaube und eine Nagelschere dabei gehabt. An der Nagelschere habe es laut den Beamten Spuren von Gummi gegeben. Die Polizei schätzte den Sachschaden auf vorerst rund 150.000 Euro.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt jetzt wegen Sachbeschädigung gegen den 50-Jährigen. Das Motiv dafür sei völlig unklar. Der Verdächtige habe bisher die Tat bestritten. Der Mann werde richterlich angehört, ehe über Untersuchungshaft entschieden wird.

Es kann derzeit nicht ausgeschlossen werden, dass noch weitere Fahrzeuge angegangen wurden. Zeugen wie auch Geschädigte hierzu werden gebeten, sich bei der Polizei in Andernach zu melden.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version hieß es, die Polizeidirektion Andernach habe über den Fall berichtet. Tatsächlich handelt es sich um die Polizeiinspektion Andernach.

mrc/dpa