Rechtsstreit um Burg Rheinfels Richter zweifelt an Besitzanspruch der Hohenzollern

Das Oberhaupt des Hauses Hohenzollern will Burg Rheinfels zurück. Das Landgericht Koblenz hat nun die Hoffnung darauf gedämpft.

Burg Rheinfels: Der Chef des Hauses Hohenzollern fordert den einstigen Familienbesitz zurück.
Thomas Frey/DPA

Burg Rheinfels: Der Chef des Hauses Hohenzollern fordert den einstigen Familienbesitz zurück.


Georg Friedrich Prinz von Preußen fordert den einstigen Familienbesitz Burg Rheinfels zurück. Der Ururenkel des letzten deutschen Kaisers Wilhelm II. hat das Land Rheinland-Pfalz, die Stadt St. Goar und das an die Ruine angrenzende Burghotel verklagt. In einer mündlichen Verhandlung hat das Landgericht Koblenz nun aber den Besitzanspruch des Chefs des Hauses Hohenzollern bezweifelt.

Der Prinz von Preußen war nicht vor Gericht anwesend, sondern ließ sich von seinem Anwalt und einem Berater vertreten.

Die Burg Rheinfels war seit dem 19. Jahrhundert im Besitz des Hauses Hohenzollern. 1924 wurde die Stadt St. Goar Eigentümerin, mit der Auflage, das Gemäuer nicht zu verkaufen. 1998 schloss sie mit dem Hotel neben der Burgruine einen Erbpachtvertrag für 99 Jahre mit der Option auf eine ebenso lange Verlängerung. Georg Friedrich Prinz von Preußen argumentiert, dieser Vertrag komme einem Verkauf gleich - der eigentlich untersagt sei.

Das sieht die Kammer offenbar anders. Der Vorsitzende Richter Christian Stumm sagte, nach dem Untergang des Kaiserreichs sei das "gebundene Staatsvermögen" des preußischen Königs an die damalige Krongutsverwaltung gegangen. Diese habe bei der Übertragung der Burg Rheinfels auf die Stadt St. Goar ein Rücktrittsrecht bei Verstößen gegen den Denkmalschutz oder einem Verkauf bekommen, um das Gemäuer als Kulturdenkmal zu erhalten. Damit hätte die Burg nicht in die Hände der Hohenzollern-Familie, sondern allenfalls in das Eigentum des preußischen Staats fallen können. Dessen Rechtsnachfolger ist in diesem Fall das Land Rheinland-Pfalz.

Georg Friedrich Prinz von Preußen
Ralf Hirschberger/ZB/DPA

Georg Friedrich Prinz von Preußen

Der Anwalt des Bundeslandes warf Georg Friedrich Prinz von Preußen vor, bei den Millioneninvestitionen des Hoteliers in dessen Vier-Sterne-plus-Hotel tatenlos zugesehen zu haben und nun dessen Pacht kassieren zu wollen. Der Anwalt des Hohenzollern-Chefs wies dies zurück. Die Kammer will ihre Entscheidung am 25. Juni verkünden.

Rheinfels ist eine der größten Burgruinen am Oberen Mittelrhein und soll bei der dort geplanten Bundesgartenschau 2029 zu einem zentralen Schmuckstück werden. Noch ist die Anlage ein Sanierungsfall.

Rund 15 Millionen Euro wären dafür laut St. Goars Bürgermeister Horst Vogt (CDU) nötig. Fünf Millionen Euro davon habe das Land Rheinland-Pfalz zugesagt. Jetzt stocke die Sanierung wegen des Rechtsstreits. Aus Sicherheitsgründen sind Teile der Burg für Besucher ohne Führung bereits gesperrt.

bbr/dpa



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