Disziplinarverfahren Kölner Polizist soll antisemitisches Bild verbreitet haben

In Köln steht ein Polizist im Verdacht, eine antisemitische Botschaft weitergeleitet zu haben. Bei den Ermittlungen gegen den Beamten versprechen die Behörden "null Toleranz auch in den eigenen Reihen".

Oliver Berg/dpa

Ein Polizeibeamter aus Köln soll eine antisemitische Nachricht verbreitet haben. Entsprechende Angaben des "Kölner Stadt-Anzeigers" hat die Polizei bestätigt. Die Zeitung zitiert den Kölner Polizeipräsidenten Uwe Jacob mit den Worten: "Als ich davon erfahren habe, habe ich sofort ein förmliches Disziplinarverfahren mit dem Ziel der Entlassung eingeleitet."

Ein Sprecher des nordrhein-westfälischen Innenministeriums sprach von "null Toleranz" gegenüber antisemitischen Umtrieben. Das gelte "auch in den eigenen Reihen".

Polizeipräsident: Verbreitung "völlig inakzeptabel"

Bei der Botschaft handelt es sich der Zeitung zufolge um ein über den Messenger-Dienst WhatsApp verschicktes Bild, das Adolf Hitler zeigt und einen antisemitischen Spruch. "Die Verbreitung solcher volksverhetzender Bilder ist für mich völlig inakzeptabel und schädigt den guten Ruf der Polizei Köln", sagte Polizeipräsident Jacobs dem "Kölner Stadt-Anzeiger".

Die Botschaft war im Rahmen anderer Ermittlungen gegen den Beamten zufällig entdeckt worden. Neben dienstrechtlichen Konsequenzen kommt auch ein Strafverfahren in Betracht. Laut "Stadtanzeiger" steht die Verwendung von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen im Raum. Ob offiziell ermittelt wird, ist unklar, die Anklagebehörde war bislang nicht für eine Stellungnahme zu erreichen. Die Polizei Bonn ist mit dem Fall befasst. Bis zum Abschluss der strafrechtlichen Prüfung ruht demnach das in Köln geführte Disziplinarverfahren.

apr/dpa

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