Einsturz des Kölner Stadtarchivs Anklage fordert Bewährungsstrafen

Im Prozess um den Einsturz des Kölner Stadtarchivs hat die Staatsanwaltschaft ihr Plädoyer gehalten. Sie forderte Bewährungsstrafen - und einen Freispruch.

Einsturzstelle in Köln (Archivbild)
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Einsturzstelle in Köln (Archivbild)


Im Prozess um den Einsturz des Kölner Stadtarchivs hat die Staatsanwaltschaft für drei Angeklagte Bewährungsstrafen wegen fahrlässiger Tötung gefordert. Die Männer hätten ihre Sorgfaltspflichten verletzt, sagte Oberstaatsanwalt Torsten Elschenbroich vor dem Kölner Landgericht. Sie hätten die Bauarbeiten vor dem Archiv nicht wie vorgeschrieben überprüft, dokumentiert und kommuniziert.

Für die zwei angeklagten Bauleiter forderte Elschenbroich jeweils ein Jahr, für den Bauüberwacher der Kölner Verkehrsbetriebe (KVB) zehn Monate Freiheitsstrafe auf Bewährung. Die vierte Angeklagte, eine weitere Bauüberwacherin der KVB, soll nach Auffassung der Staatsanwaltschaft freigesprochen werden. Ihr hätten entscheidende Informationen gefehlt, um die Folgen der Taten vorhersehen können.

Das Archivgebäude war am 3. März 2009 bei U-Bahn-Bauarbeiten eingestürzt. Zwei Anwohner starben, etliche Archivalien wurden unter Schuttbergen begraben. Der Gesamtschaden ging in die Milliarden.

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Köln: Der Einsturz des Stadtarchivs

Laut Anklage waren Fehler beim U-Bahn-Bau Ursache für die Katastrophe. Die Verteidigung verweist hingegen darauf, dass die Unglücksursache nicht zweifelsfrei feststehe.

Ursprünglich sollten sich sieben Menschen vor Gericht verantworten. Ein Beschuldigter starb vor dem Prozessauftakt, ein weiterer wurde wegen eines schweren Herzleidens für verhandlungsunfähig erklärt. Ein Dritter wurde schließlich Anfang Juli für verhandlungsunfähig erklärt. Alle waren damals am Bau der U-Bahn-Strecke beteiligt.

jpz/dpa/AFP



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