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Geiselnahme in Köln Was wir wissen - und was nicht

Die Polizei hat den Geiselnehmer vom Kölner Hauptbahnhof überwältigt, sie schließt einen terroristischen Hintergrund der Tat nicht aus. Insgesamt vier Menschen wurden verletzt. Die Fakten im Überblick.

Was wir wissen:

  • Am Kölner Hauptbahnhof ist es zu einem Angriff und einer Geiselnahme gekommen. Dabei sind vier Menschen verletzt worden, darunter der Täter.
  • Vor der Geiselnahme warf der Täter einen Molotowcocktail in ein Schnellrestaurant. Dabei erlitt ein 14-jähriges Mädchen Brandverletzungen, eine weitere Frau wurde leicht verletzt.
  • Weil die Sprinkleranlage einsetzte, flüchtete der Täter offenbar in eine nahe gelegene Apotheke und nahm eine Frau als Geisel. Sie wurde leicht verletzt.
  • Polizisten hatten Kontakt zum Geiselnehmer. Er verlangte nach Angaben der Ermittler freien Abzug, einen Koffer und eine Reisetasche, die er zuvor vor dem Schnellrestaurant deponiert hatte.
  • Weil die Beamten Gaskartuschen und Brandbeschleuniger gefunden hatten und Benzingeruch wahrnahmen, griff die Polizei gegen 14.54 Uhr ein.
  • Der Mann hielt nach Polizeiangaben eine Waffe in der Hand. Drei Einsatzkräfte haben demnach auf ihn geschossen. Zudem kamen zwei Blendgranaten zum Einsatz. Der Mann wurde wegen mehrerer Schusswunden im Krankenhaus notoperiert.
  • Am frühen Montagabend wurde der gesperrte Bahnhof wieder für den Zugverkehr freigegeben.
Spurensicherung in der Apotheke

Spurensicherung in der Apotheke

Foto: Marius Becker/ dpa

Was wir nicht wissen:

  • Die Behörden haben Indizien dafür, dass es sich bei dem Täter um einen 55 Jahre alten syrischen Staatsangehörigen handelt, der polizeibekannt ist. Die Annahmen beruhen auf Dokumenten, die in der Apotheke gefunden wurden. Mit Sicherheit konnte die Identität des Täters aber zunächst nicht geklärt werden.
  • Ob es sich bei dem Übergriff um einen versuchten terroristischen Anschlag handelt, ist bisher ebenfalls unklar. Passanten zufolge soll sich der Täter als Mitglied der Terrorgruppe Daesh bezeichnet haben. Dabei handelt es sich um den arabischen Namen der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS). Die Polizei ermittelt eigenen Angaben zufolge aber in alle Richtungen.
  • Der Täter soll eine Schusswaffe in der Hand gehalten haben. Ob es sich um eine scharfe Waffe oder eine Gaspistole handelte, ist unklar. Auch soll er "wohl versucht haben, die Geisel anzuzünden", sagte Einsatzleiter Klaus Rüschenschmidt. Dazu sei es aber nicht gekommen.
ans/AFP/dpa