Vergiftetes Glukose-Präparat Staatsanwaltschaft ermittelt gegen zwei Apotheken-Mitarbeiter

Eine Mutter und ihr Baby starben, nachdem die Frau ein vergiftetes Präparat aus einer Apotheke eingenommen hatte. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen zwei Mitarbeiter, sieht aber keine Hinweise auf Vorsatz.

In der Heilig Geist Apotheke wurde der verunreinigte Test verkauft
Oliver Berg/ DPA

In der Heilig Geist Apotheke wurde der verunreinigte Test verkauft


Nach dem Tod einer jungen Mutter und ihres Babys durch ein vergiftetes Glukosepräparat ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen zwei Mitarbeiter einer Kölner Apotheke. Die Verunreinigung der Glukose sei eher auf ein Versehen als auf Vorsatz zurückzuführen, sagte der Kölner Staatsanwalt Ulrich Bremer.

"Diese Personen sind näher in den Fokus geraten, mit den Stoffen hantiert zu haben", sagte Bremer. Die Beschuldigten hätten sehr umfangreiche Aussagen zu ihren Aufgaben und den Abläufen in der Apotheke gemacht. Die giftige Substanz - Lidocainhydrochlorid - sei in einem sehr ähnlichen Gefäß gelagert gewesen wie die Glukose. Es gebe aktuell keine Hinweise auf vorsätzliches Handeln.

Drei Apotheken des betroffenen Betreibers waren einige Tage nach den Todesfällen vorläufig geschlossen worden - eine Sicherheitsmaßnahme der Behörden. Der Besitzer der Apotheken hat beim Verwaltungsgericht einen Eilantrag auf Wiedereröffnung seiner Filialen gestellt.

Dieser wurde nun bewilligt, wie das Gesundheitsministerium in Abstimmung mit den lokalen Behörden am Freitag entschied. Die Herstellung eigener Arzneimittel bleibe den Apotheken jedoch weiterhin untersagt, bis Maßnahmen eingeführt seien, die eine solche Verunreinigung in Zukunft ausschlössen.

Eine Frau und ihr durch einen Notkaiserschnitt geborenes Baby waren im September an Organversagen gestorben. Zuvor hatte die 28-Jährige eine Glukose-Mischung aus der Kölner Apotheke zu sich genommen. Das Präparat war Teil eines Routinetests auf Diabetes in der Schwangerschaft.

Unter Experten war das Präparat schon zuvor umstritten. Lesen Sie dazu auch das Interview mit einer Internistin und Diabetologin.

muk/dpa



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