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Kölner Hauptbahnhof Polizei durchsucht nach Geiselnahme Wohnung

In Köln hat es im Zusammenhang mit der Geiselnahme am Hauptbahnhof eine Durchsuchung gegeben. Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul zeigte sich "sehr bestürzt" über die Tat.

Nach der Geiselnahme vom Kölner Hauptbahnhof hat die Polizei eine Wohnung in Köln durchsucht. Dabei wurde laut einem Sprecher Beweismaterial sichergestellt.

Die Identität des Täters ist allerdings weiterhin nicht eindeutig geklärt - geprüft wird, ob es sich bei ihm um einen 55-jährigen Syrer handelt, dessen Ausweispapiere am Tatort gefunden wurden. Die Polizei geht mit "hoher Wahrscheinlichkeit" davon aus, dass die Papiere zu dem Täter gehören.

Der nordrhein-westfälische Innenminister Herbert Reul äußerte sich "sehr bestürzt" über das Geschehen. "Die Polizei hat durch ihr konsequentes und professionelles Einschreiten Schlimmeres verhindern können", sagte der CDU-Politiker.

Die Polizei hatte die Geiselnahme in einer Apotheke im Hauptbahnhof am Montagnachmittag beendet. Beamte eines Spezialeinsatzkommandos schossen den Täter nieder, als dieser die weibliche Geisel nach Polizeiangaben massiv bedroht hatte. Der Mann wurde lebensgefährlich verletzt. Er wird der Sprecherin zufolge nach einer Notoperation weiter auf einer Intensivstation behandelt.

Der Mann hatte zunächst einen Molotowcocktail in ein Schnellrestaurant geworfen und sich dann in der benachbarten Apotheke mit einer Angestellten verschanzt. Bei der Tat wurden eine Jugendliche und zwei Frauen verletzt, darunter die Geisel.

Das Motiv des Geiselnehmers ist noch unklar, die Polizei schließt einen terroristischen Hintergrund nicht aus. Zeugen zufolge soll der Mann bei der Tat gesagt haben, dass er der "Terrorgruppe Daesh" angehöre. Dabei handelt es sich um den arabischen Namen der Dschihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS).

Der mit Brandbeschleuniger und Gaskartuschen ausgestattete Geiselnehmer soll unter anderem die Freilassung einer Tunesierin aus dem Gefängnis gefordert haben. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Mordversuchs, Geiselnahme und gefährlicher Körperverletzung. (Einen Überblick darüber, was zu der Tat bekannt ist, lesen Sie hier.)

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Über den Kurznachrichtendienst Twitter rief die Kölner Polizei Zeugen dazu auf, Fotos und Videos hochzuladen, die in möglichem Zusammenhang mit der Tat stehen könnten.

bbr/dpa/AFP