Verdacht auf Körperverletzung Staatsanwaltschaft Köln ermittelt gegen SEK-Polizisten

Sie sollen einen Kollegen in einem demütigenden Aufnahmeritual schikaniert und gefesselt haben: Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Polizisten des Spezialeinsatzkommandos der Kölner Polizei.

Staatsanwaltschaft Köln (Archivfoto): 15 Beamte im Fokus der Ermittler
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Staatsanwaltschaft Köln (Archivfoto): 15 Beamte im Fokus der Ermittler


Die Vorwürfe gegen Elitepolizisten eines Spezialeinsatzkommandos (SEK) der Kölner Polizei sind jetzt ein Fall für die Justiz. Die Staatsanwaltschaft Köln hat ein Ermittlungsverfahren wegen Verdachts auf Körperverletzung und Nötigung beziehungsweise Untreue gegen insgesamt 15 Beamte eingeleitet. Das teilte ein Sprecher mit und bestätigte damit einen Bericht der "Rheinischen Post".

Das Kölner SEK sieht sich seit Tagen mit Vorwürfen wegen angeblich demütigender Aufnahmerituale konfrontiert. Nach übereinstimmenden Berichten soll ein Polizist von Kollegen schikaniert und unter anderem gegen seinen Willen festgebunden worden sein.

Zuvor war das SEK bereits wegen Bildern aus einem Polizeihubschrauber in die Schlagzeilen geraten. Die Aufnahmen zeigen die Polizisten angeblich bei einer Höhenübung auf dem Pylon der Kölner Severinsbrücke. In Wahrheit sollen die Bilder jedoch aus privaten Gründen angefertigt worden sein.

Der Kölner Oberstaatsanwalt Ulrich Bremer sagte, die Strafverfolgungsbehörde habe sowohl im Fall Severinsbrücke als auch bezüglich der Mobbing- und Misshandlungsvorwürfe einen Anfangsverdacht. Im Fall der Misshandlungsvorwürfe werde gegen zehn Beamte wegen Verdachts auf Körperverletzung und Nötigung ermittelt, im Fall des Hubschraubereinsatzes gegen fünf Beamte wegen Untreueverdachts.

Bereits am Mittwoch war bekannt geworden, dass der Kölner Polizeipräsident wegen der Vorwürfe Disziplinarverfahren gegen elf Beamte des Kölner SEK und einen zwischenzeitlich zu einer anderen Behörde versetzten Beamten eingeleitet hatte. Zugleich kündigte Nordrhein-Westfalens Innenminister Ralf Jäger (SPD) eine Sonderinspektion sämtlicher SEK-Einheiten des Bundeslandes an. "Mobbing und inakzeptable Aufnahmerituale darf es bei der NRW-Polizei nicht geben", sagte Jäger.

ulz/AFP



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