Kölner Silvesternacht Gutachter sieht keine Anzeichen für organisierte Kriminalität

Die Täter der Kölner Silvesternacht sollen keine organisierten Kriminellen gewesen sein. Zu diesem Ergebnis kommt ein Gutachter, der mehr als tausend Strafanzeigen zu den Ereignissen ausgewertet hat.

Silvesterabend in Köln
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Silvesterabend in Köln


Die Straftäter der Kölner Silvesternacht sind aus Sicht eines Gutachters keine organisierten Kriminellen gewesen. Ein höherer Organisationsgrad mit Anführern und festen Gefolgsleuten lasse sich nicht erkennen, berichtete der Rechtspsychologe Professor Rudolf Egg im Untersuchungsausschuss des Landtags zu dem Thema.

Vielmehr sei davon auszugehen, dass sich mehr und mehr Täter im Schutze der Nacht ermutigt fühlten, Frauen sexuell zu belästigen und auszurauben, weil es offensichtlich keine Folgen hatte.

Egg hatte 1022 Strafanzeigen ausgewertet. Bei den Tatverdächtigen soll es sich demnach um mehrere Hundert Männer mutmaßlich nordafrikanisch-arabischer Herkunft handeln.

In einem Gutachten zu den Vorfällen hatte Egg Anfang Oktober der Polizei Versagen vorgeworfen. Demnach wären viele der Übergriffe zu verhindern gewesen - wenn die Beamten früher eingegriffen hätten.

An Silvester war es vor dem Kölner Hauptbahnhof und auf der Domplatte zu massiven Übergriffen gekommen. Bei der Polizei gingen über tausend Anzeigen ein, rund 500 wegen Sexualstraftaten. In diesem Jahr soll ein verschärftes Sicherheitskonzept derartige Ausschreitungen verhindern.

jal/dpa



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