Drogen in Deutschland So viel Kokain beschlagnahmt wie nie zuvor

Ermittler haben 2017 in Deutschland so viel Kokain sichergestellt wie nie zuvor - laut NDR waren es knapp sieben Tonnen. Der überwiegende Teil der Menge wurde im Hamburger Hafen beschlagnahmt.

Kokain-Rekordfund in Hamburg (Archiv)
DPA

Kokain-Rekordfund in Hamburg (Archiv)


In buntes Plastik eingeschweißte Kokainpäckchen, auf Holzpaletten gestapelt, bewacht von schwer bewaffneten Spezialkräften des Zolls: Unter strengen Sicherheitsvorkehrungen präsentierte der Hamburger Zoll im Juli eine Rekordmenge an sichergestelltem Kokain - 3,8 Tonnen. Es war nicht der einzige große Fund in diesem Jahr.

In Deutschland ist 2017 laut NDR so viel Kokain beschlagnahmt worden wie noch nie. Knapp sieben Tonnen der Droge seien abgefangen worden und damit mehr als dreimal so viel wie im Vorjahr, berichtete der Sender unter Berufung auf das Bundeskriminalamt (BKA). Der Großteil der Menge wurde demnach in Hamburg und Bremerhaven sichergestellt.

Die im Juli präsentierten 3,8 Tonnen Kokain aus Südamerika waren bei drei Aktionen im Frühjahr beschlagnahmt worden. Anfang des Jahres hatte der Hamburger Zoll in einem Container von der niederländischen Antilleninsel Curaçao 717 Kilogramm Kokain entdeckt.

Grund für die enormen Mengen an sichergestelltem Kokain sei nach Einschätzung von Zoll und BKA der hohe Zufuhrdruck aus Südamerika, heißt es in dem Bericht. Eine erhöhte Produktion habe zu einer deutlichen Zunahme von Kokain-Exporten nach Westeuropa und Deutschland geführt. "Offensichtlich verfahren die Täter nach dem Motto: Angebot schafft Nachfrage", sagte Christian Hoppe vom BKA. Er rechne deshalb mit steigendem Konsum in Deutschland.

"Die Mengen sind fast unerschöpflich in Südamerika"

"Wir haben eine Kokain-Schwemme", sagte der Leiter des Zollfahndungsamts Hamburg, René Matschke, dem NDR. Vermutlich würden nur einige Prozent des geschmuggelten Kokains in Deutschland entdeckt. "Die Mengen sind fast unerschöpflich in Südamerika. Zu sagen, wir trocknen den europäischen Markt mit unserer Arbeit aus, das wäre vermessen."

Das Hauptproduktionsland für Kokain ist Kolumbien. Insgesamt konnten Polizei und Militär in dem südamerikanischen Staat laut eigenen Angaben in diesem Jahr mehr als 360 Tonnen Kokain sicherstellen.

Die Vereinten Nationen hatten Kolumbien zuletzt zugesagt, beim Zurückdrängen des Koka-Anbaus zu helfen. Bauern sollen mithilfe eines millionenschweren Projekts zur Produktion anderer Agrarprodukte wie Kakao oder Kaffee animiert werden. Mit geschätzt mindestens 900 Tonnen im Jahr wird in Kolumbien so viel Kokain produziert wie in keinem anderen Land der Welt.

Trotz des Friedensprozesses mit der linken Farc-Guerilla war der Koka-Anbau dort zuletzt drastisch gestiegen - laut Uno wuchs die Anbaufläche von 2014 bis 2016 von 69.000 auf 146.000 Hektar. Fachleute führen das darauf zurück, dass nach dem Rückzug der Farc-Guerilla in deren bisherigen Gebieten andere Banden das Geschäft übernahmen und das Militär zu wenig dagegen tat.

Koka ist einfach anzupflanzen, kann mehrmals im Jahr geerntet werden und bringt den Bauern viel Geld ein - daher scheiterten in der Vergangenheit oft Hilfsprogramme. Neben Kolumbien wird auch in Peru und Bolivien Koka angebaut.

wit/AFP



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Rüdiger IHLE, Dresden 27.12.2017
1. Diese Gesellschaft ist viel stärker von Drogen durchseucht ..
.. las man sich das allgemein so vorstellt. Denn wo solche Mengen gefunden werden, gibt es mindestens die gleiche Menge, die unentdeckt in den Konsum fliessen .. Weiteres Indiz: Ich sehe ab und zu im TV auch Reportagen über den Alltag unserer Polizei, die Kontrollen entlang der Autobahnen durchführt etc .. : Einfach unglaublich, wie oft dort Fahrer unter Drogeneinfluss am Lenkrad sitzen ..
hanfiey 27.12.2017
2. nichts neues
Das Zeugs bekommt man selbst in bestimmten Parks angeboten, ob man das möchte oder nicht spielt keine Rolle und es wird mehr und die Stimmung aggressiver.Das sind auch keine Junkies die das verkaufen sondern sehr organisiert wirkende Gestalten
auf_dem_Holzweg? 27.12.2017
3. Bluttests für jedermann
und zwar durch Arbeitgeber, Arbeitsagentur und Schulen könnten das besser regulieren als die paar spontanen Funde, die nur dazu führen, daß die Preise für das Gift steigen. Aber unserem Staat ist das nicht wichtig. Es geht nur um den Erhalt der oberen 10.000.
Bürger Icks 27.12.2017
4. Sie haben wohl den Knall nicht gehört, oder?
Zitat von auf_dem_Holzweg?und zwar durch Arbeitgeber, Arbeitsagentur und Schulen könnten das besser regulieren als die paar spontanen Funde, die nur dazu führen, daß die Preise für das Gift steigen. Aber unserem Staat ist das nicht wichtig. Es geht nur um den Erhalt der oberen 10.000.
Klar, reicht noch nicht das die Bürger alle vom "Staat" als potentielle Terroristen unter Generalverdacht gestellt werden, damit man als "Big Brother" mit der Terrorausrede die immer weiter wachsende Totalüberwachung aller Bürger entschuldigen kann. Zählt bei ihren Bluttests denn auch Alkohol zu den Drogen, auf die getestet werden muss? Denn dann hätte, wer auch immer diese Tests anordnet, durchführt, auswertet, einiges zu tun! Was auch immer dann mit den positiv Getesteten passieren soll und auf welcher rechtlichen Grundlage überhaupt. Aber wenn jeder der Drogen im Blut hatte vielleicht im Knast verschwinden sollte(auch wenn der Drogenkonsum in Deutschland Privatsache ist, der Konsum N I C H T unter Strafe steht), dann sollte man wohl schon einmal ein "wenig mehr Wohnraum" für all die "Verbrecher", nämlich unzählige Knäste bauen. Und wehe ihr Mundwasser hatte Alkohol als Bestandteil! Und was meinen sie überhaupt wer sich zum grössten Teil Kokain leisten kann und es deshalb auch benutzt? "Nasenkaffee" ist bei denen Gang und Gäbe, die ihn sich auch leisten können. Diese oberen 10.000 zum Beispiel.
ctwalt 27.12.2017
5. Freigeben !
Wer es will, bekommt es sowieso, wie immer bei allen verbotenen Gegenständen und Substanzen. Vorteil einer Freigabe wären wegfallende Beschaffungskriminalität, bessere Qualität, höhere Steuereinahmen.
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