Kokainaffäre in Kempten Chef-Drogenfahnder legt Geständnis ab

Bei dem Leiter der Drogenfahndung in Kempten wurden vor knapp einem Jahr 1,8 Kilogramm Kokain gefunden. Nun wird dem 53-Jährigen der Prozess gemacht. Zu Beginn der Verhandlungen sagte der Angeklagte, er sehe die Schwere seiner Fehler ein.

Angeklagter in Kempten: 1,8 Kilogramm Kokain für den privaten Gebrauch
DPA

Angeklagter in Kempten: 1,8 Kilogramm Kokain für den privaten Gebrauch


München - Der ehemalige Leiter der Drogenfahndung in Kempten im Allgäu hat zum Auftakt seines Prozesses ein Geständnis abgelegt. Die bei ihm gefundenen 1,8 Kilogramm Kokain seien "für den privaten Gebrauch bestimmt" gewesen, gab der 53-Jährige vor dem Landgericht Kempten zu Protokoll. Das in seinem Dienstschrank entdeckte Rauschgift sei ihm zu beruflichen Zwecken überlassen worden - "insbesondere für Schulungszwecke". Zur Herkunft des Kokains machte er keine Angaben.

Er sehe die Schwere seiner Fehler ein und werde sich für sein Verhalten verantworten, sagte der Angeklagte weiter. Der Beamte muss sich wegen Drogenbesitzes, aber auch wegen gefährlicher Körperverletzung und Vergewaltigung seiner Ehefrau verantworten. Diese ist im Prozess Nebenklägerin, war aber beim Prozessauftakt nicht dabei.

Durch einen Hilferuf der Frau war der Fall aufgedeckt worden. Wegen eines Streits mit ihrem Mann hatte sie am 15. Februar 2014 in der Nacht die Polizei alarmiert. Sie soll bei dem Konflikt von ihrem Mann schwer verletzt worden sein. Dem Magazin "Kontrovers" des Bayerischen Rundfunks zufolge hatte die Frau damals auch den Hinweis auf das Kokain im Büro ihres Mannes geliefert. Zu Prozessbeginn entschuldigte sich der Angeklagte bei seiner Frau: "Es hätte nie zu diesen Übergriffen kommen dürfen."

jbe/dpa

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