Verhaftungen und Durchsuchungen BKA geht gegen mutmaßliche internationale Drogenschmuggler vor

14 Verhaftungen, 40 durchsuchte Objekte: Das Bundeskriminalamt und internationale Behörden waren gegen mutmaßliche Drogenkriminelle im Großeinsatz. Sie sollen für den Schmuggel von rund fünf Tonnen Kokain verantwortlich sein.
Polizeieinsatz (Symbolbild)

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Monika Skolimowska/ dpa

In Deutschland und dem europäischen Ausland sind Einsatzkräfte gegen mutmaßliche Mitglieder einer internationalen Drogenbande vorgegangen. Die Beschuldigten sollen knapp fünf Tonnen Kokain aus Südamerika in die Bundesrepublik geschmuggelt haben, teilte die Generalstaatsanwaltschaft Berlin mit. Einsatzkräfte hätten mehr als 40 Objekte im In- und Ausland, darunter im Großraum Berlin, durchsucht und 14 Haftbefehle vollstreckt.

Außer den Strafverfolgungsbehörden in Berlin und Dortmund seien auch Behörden in Lettland und Spanien beteiligt gewesen. Der Ermittlungskomplex richte sich gegen mehrere mutmaßliche »Logistiker« des Kokainverkehrs zwischen Lateinamerika und Europa sowie zwei mutmaßliche kolumbianische Lieferanten. Außerdem seien die Kokainabnehmer in Berlin identifiziert worden.

»Eine hochprofessionell agierende und weitverzweigte Täterstruktur«

Insgesamt gehe es um 28 Tatverdächtige im Alter von 22 bis 62 Jahren. Die meisten hätten die deutsche Staatsangehörigkeit, es sollen aber auch türkische, griechische, irakische, georgische, ukrainische und lettische Staatsangehörige beteiligt gewesen sein. Ihnen wird unter anderem bandenmäßiger Kokainhandel und Geldwäsche vorgeworfen.

Die Ermittlungen des Bundeskriminalamtes gehen den Behörden zufolge auf einen Fall aus dem November 2018 zurück. Damals wurden 690 Kilogramm Kokain in einem Seeschiffscontainer im Hafen von Santos in Brasilien sichergestellt, der an eine Firma in Berlin adressiert war. Das BKA habe danach »eine hochprofessionell agierende und weitverzweigte Täterstruktur« aufgedeckt. Spätestens 2011 sollen die Kriminellen sich demnach zusammengeschlossen haben, um über Scheinfirmen in Deutschland Kokain in die Bundesrepublik zu schmuggeln. Dabei sollen die Beschuldigten unter falscher Identität die für den Rauschgifttransport benötigte Logistik bereitgestellt haben.

Nach dem Drogenfund von 2018 sei die Bande zunächst abgetaucht, so die Generalstaatsanwaltschaft. Es habe sich jedoch der Verdacht ergeben, dass die Tatverdächtigen verschiedene neue Transportwege über Kolumbien, Panama und Mexiko nach Europa aufbauen wollten, um große Kokainlieferungen nach Europa durchzuführen.

»Mit den Haftbefehlen und Durchsuchungen haben wir heute die Lieferkette durchbrochen«, sagte der verantwortliche Oberstaatsanwalt Georg Bauer. Martina Link, die Vizepräsidentin des Bundeskriminalamtes, bezeichnete den Einsatz als »herausragenden Erfolg«.

bbr
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