Kokain in Bananenkartons Drogenschmuggel in Lebensmittelkisten nimmt zu

Rauschgift in Kartons mit Nüssen oder Südfrüchten: Drogenkartelle verstecken ihren Stoff nach SPIEGEL-Informationen vermehrt in Lebensmittellieferungen.

Abgepacktes Kokain in einer Bananenkiste: Unkonventionelle Schmuggeltricks
DPA/Landeskriminalamt

Abgepacktes Kokain in einer Bananenkiste: Unkonventionelle Schmuggeltricks


Drogenkartelle schmuggeln Kokain und Heroin offenbar bevorzugt in Lebensmittelkisten nach Europa. Derzeit könne von einer "Häufung von Sicherstellungen" insbesondere in Kartons mit Nüssen, Gemüse und Obst gesprochen werden, heißt es nach Informationen des SPIEGEL in einer Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Grünen. (Diese Meldung stammt aus dem SPIEGEL. Den neuen SPIEGEL finden Sie hier.)

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So entdeckten Fahnder seit 2010 in 27 Fällen Kokain zwischen Bananen und anderen Südfrüchten - insgesamt 2542 Kilogramm. Die Bundesregierung schließt aus, dass durch die unkonventionelle Schmuggelmethode die Gesundheit argloser Menschen gefährdet sein könnte: Die "Beifracht" von Drogen sei "besonders gut verpackt, mutmaßlich auch mit dem Ziel, den Einsatz von Spürhunden zu erschweren".

Erst am Freitag wurde ein neuer spektakulärer Fall bekannt, der ins Bild passt: Getarnt unter Bananen sind in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen mindestens 400 Kilogramm Kokain sichergestellt worden. Mitarbeiter eines Supermarktes in Braunschweig entdeckten am Mittwoch mehrere Drogenpakete beim Auspacken von Obstkisten. Die Ermittler untersuchten daraufhin Tausende Kisten aus derselben Großlieferung aus Südamerika, sie wurden in fünf weiteren Supermärkten fündig. Das Kokain sei sehr rein und hätte für einen zweistelligen Millionenbetrag verkauft werden können.

Nach Informationen des SPIEGEL stellen die Behörden bei den meisten Rauschgiften immer größere Mengen sicher, die illegal ins Land geschafft wurden: Während 2010 noch 474 Kilogramm Heroin entdeckt wurden, waren es 2014 bereits 783 Kilogramm, bei Marihuana stieg die Menge von 4875 auf 8407 Kilogramm.

Zudem wurden 709.000 Ecstasy-Pillen sichergestellt, gut dreimal so viel wie im Jahr zuvor. Experten gehen davon aus, dass die unerkannt eingeschmuggelte Menge um ein Vielfaches höher ist.

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jös/mba/dpa



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