Prozess gegen Arafat Abou-Chaker Gericht will Kollegah und Farid Bang als Zeugen hören

Es liest sich wie das Who's who der deutschen Rap-Szene: Im Prozess gegen Arafat Abou-Chaker hat das Landgericht Berlin mitgeteilt, wer alles als Zeuge aussagen soll.
Von Wiebke Ramm
Farid Bang und Kollegah 2018 bei den Echo Awards: Nach Protest gegen ihre Auszeichnung wurde der Preis abgeschafft

Farid Bang und Kollegah 2018 bei den Echo Awards: Nach Protest gegen ihre Auszeichnung wurde der Preis abgeschafft

Foto: POOL/ REUTERS

Im Prozess gegen Arafat Abou-Chaker und drei seiner Brüder hat das Landgericht Berlin am Donnerstag die ersten Rapper benannt, die die Kammer neben Bushido als Zeugen vor Gericht hören will. Insgesamt 36 Namen stehen auf der Liste, darunter sind nach SPIEGEL-Informationen unter anderem Farid Bang, Kollegah, Shindy, Samra, AK Außerkontrolle, Ali Bumaye und Laas Unltd. Auch DJ Gan-G wird als Zeuge benannt. Fler und Capital Bra tauchen zwar in der Anklage auf, doch auf der Zeugenliste stehen sie bisher nicht. Auch die drei Gründer von Bushidos früherem Label Aggro Berlin fehlen. 

Anis Ferchichi alias Bushido ist Nebenkläger und zugleich wichtigster Zeuge in dem Prozess. Er hat bereits an drei Verhandlungstagen ausgesagt, am Montag soll er weiter sprechen. Ein Ende seiner Aussage ist nicht in Sicht.

Neben den Rappern plant das Gericht, Bushidos Frau, seinen Psychologen, mehrere Anwälte, eine Steuerberaterin und Polizisten als Zeuginnen und Zeugen zu laden. Auch "Hamudi Wasserkopf", der Bushido und Arafat Abou-Chaker einst bekannt gemacht haben soll, wollen die Richterinnen und Richter hören. Auf der Zeugenliste steht zudem Achraf Rammo, Mitglied eines anderen Berliner Clans, an den sich Bushido nach der Trennung von Arafat Abou-Chaker gewandt haben soll. 

Das Gericht hat am vergangenen Verhandlungstag betont, dass es sich um eine vorläufige Zeugenliste handelt. Die Beweisaufnahme und Anregungen von Verteidigung, Staatsanwaltschaft und Nebenklage können dazu führen, dass weitere Zeugen geladen werden oder dass auf den einen oder anderen Zeugen doch verzichtet wird. Wann genau wer vor Gericht erscheinen muss, steht noch nicht fest. Das Gericht hat bislang mehr als 30 Verhandlungstage bis Januar 2021 terminiert. 

Arafat Abou-Chaker wird versuchte schwere räuberische Erpressung, Freiheitsberaubung, gefährliche Körperverletzung, Nötigung, Beleidigung, Untreue und einiges mehr vorgeworfen. Er soll Bushido im Januar 2018 mit einer Plastikwasserflasche verletzt, ihn bedroht und eingesperrt haben, weil der Rapper die Geschäftsbeziehung mit Abou-Chaker beendet hat.

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